Lea lebt mit ihrer Familie in der luxuriösen Siedlung Sancta Familia in Florida. Sie präsentiert sich online als hingebungsvolle Ehefrau und Mutter, die in ihrer traditionellen Rolle aufgeht. Ihre Schwester Paula allerdings hat das Gefühl, dass hinter der makellosen Fassade etwas nicht stimmt. Plötzlich postet Lea nicht mehr und ist auch nicht erreichbar und Paula, die sich Sorgen macht, reist nach Florida, um ihre Schwester zu suchen. Auf den ersten Blick scheint in Sancta Familia alles perfekt, doch je tiefer Paula in die Gemeinschaft eintaucht, umso deutlicher werden die strengen Regeln. Wem kann Paula überhaupt noch trauen und was ist mit Lea passiert?
Der Klappentext hat mich angesprochen und der angenehme Schreibstil von Vera Buck hat dazu beigetragen, dass ich das Buch kaum zur Seite legen konnte und wollte. Auf den ersten Blick wirkt die Wohnanlage wie ein perfekter Ort, wo man gern leben möchte, da alles so harmonisch und sicher scheint. Doch schnell wirkt diese Harmonie bedrückend und man will wissen, was sich wirklich hinter der Fassade verbirgt. Diese Atmosphäre der vermeintlichen Idylle und unterschwelliger Anspannung hat mich gefesselt. Die Charaktere waren alle sehr interessant. Lea und Paula sind sehr unterschiedlich und ich konnte bei beiden die Gedanken und Gefühle nachvollziehen. Es gab auch Charaktere, die sich sehr im Laufe der Geschichte verändert haben und nicht immer zum Positiven. Es hat mir auch richtig gut gefallen, dass die Autorin hier aufgezeigt hat, dass in den sozialen Medien immer nur ein kleiner Teil aus dem Leben gezeigt wird, der zwar perfekt wirkt, aber darüber hinweg täuscht, was wirklich hinter den Türen passiert. Das Ende hat mich komplett überzeugt und alles wird aufgeklärt. Von einigen Wendungen war ich total überrascht und genauso muss ein guter Psychothriller sein.
Mich konnte das Buch abholen und ich kann es nur empfehlen. Es werden aktuelle Themen angesprochen ohne belehrend zu wirken, sondern es regt eher zum Nachdenken an.