Wasserlinien - Lebens(t)räume

Als das Dienstmädchen Eva am Vorabend des Ersten Weltkriegs ihrem Leben in der Donau ein Ende setzen möchte, wird sie stattdessen in die Arme des jungen Infanterieleutnants Alois Kozusnik gespült. Statt ihres Lebens verliert sie ihre Unschuld. Es ist der Startpunkt einer epischen Geschichte, die sich aus drei großen Erzählsträngen zusammensetzt und sich bis in die heutige Zeit fortspinnt. Was macht den Menschen aus? Wie durchlebt und übersteht er Jahre der Unterdrückung und Gewalt? Wie schafft er es immer wieder, Kraft zu schöpfen, zu hoffen und zu lieben?
Dimitré Dinev erkundet in seinem neuen großen Roman die Geschichte Europas und die zentralen Fragen des menschlichen Zusammenlebens und schafft damit ein literarisches Meisterwerk des Humanismus und der Empathie.


Ein faszinierender Einblick in die Geschichte und das Leben der Roma
»Auf jedem Schritt meiner Reise bin ich den kraftvollen Geschichten derjenigen begegnet, die sich ihrer Ausgrenzung widersetzten und deren Leben uns bis heute inspirieren. « Madeline Potter verwebt ihre eigene Biografie als Romni mit Recherchen in Archiven zu einer mitreißenden Erzählung. Dem alten Klischee vom "fahrenden Volk" setzt sie konkrete Schicksale entgegen: etwa das des Boxers Johann Rukeli Trollmann, dem deutschen Meister im Halbschwergewicht, dem die Nazis seinen Titel aberkannten. Oder das von Carmen Amaya, einer spanischen Romni, die Mitte des 20. Jahrhunderts als beste Flamencotänzerin der Welt bekannt war.
Vom England der Tudorzeit bis ins Rumänien der Gegenwart, vom NS-Deutschland bis ins Frankreich des 21. Jahrhunderts lernen wir die Roma-Gemeinschaften und ihre Kämpfe kennen. Madeline Potter zeigt, wie der tief verwurzelte Hass auf die Minderheit jahrhundertelang überdauern konnte. Vor allem aber feiert sie die Stärke und Ausdauer der Roma, ihre Fähigkeit zum Widerstand und zum Überleben.


Über Nacht verändern sich die Straßen von Wolnopol: Dünen wehen über die Promenade, künstlich anmutende Wirbelstürme reißen Schneisen durch die ukrainische Küstenstadt. Was wie ein Naturphänomen wirkt, entpuppt sich schnell als existenzielle Bedrohung. Kommen die Stürme aus Russland? Können Menschen und Stadt ihnen standhalten?
Inmitten dieses Chaos macht Maksym Karriere als Dealer von synthetischen Drogen. Sein Großvater Bohdan, der den Gulag überstanden hat, bringt ihm Schach bei und zitiert Puschkin. Seine Mutter Nadia, Herzchirurgin des Städtischen Klinikums, traut weder Staat noch Menschen. Wie Bohdan ist sie bemüht, Maksym die Spuren der sowjetischen Diktatur nicht einzuprägen.
Doch während die Stadt im Sand zu verschwinden droht, gerät auch die Familie ins Wanken. Obwohl Maksym sein Drogenbusiness noch als Spiel versteht, steckt er schon in einer gefährlichen Spirale zwischen Macht, Abhängigkeit und Gewalt.
Ulrike Almut Sandig spannt in ihrem neuen Roman einen konsequenten sinnbildlichen Bogen über die drängenden Fragen unserer Zeit: Wie sehr brauchen wir einander im Sturm? Und wie hoch ist der Preis unserer Freiheit?


Um aus der Krise zu finden, bricht Martin Zinggl ins Unbekannte auf: zu Fuß entlang des Sultans Trails. Wien-Istanbul, acht Länder, 2. 400 Kilometer, unzählige Grenzen, sichtbare und unsichtbare. Mit Zeit und Neugier im Gepäck erlebt er auf alten Pfaden neue Geschichten. Der Balkan empfängt ihn mit Gastfreundschaft und Misstrauen. Dorfbewohner beherbergen ihn, Straßenhunde jagen ihn, Flüchtlinge im Wald warnen ihn: falsche Richtung, Freund! Jeder Tag ein Kampf: mit der Natur, den Beinen, den Gedanken. Jede Grenze eine Prüfung, jede Begegnung eine Lektion. Und irgendwann, zwischen Schmerzen und Erkenntnissen, ist er weiter, als er je dachte. Mit Tempo und Tiefgang erzählt Zinggl vom Gehen, Staunen und der Fremde.

»Manche fliehen von und andere nach zu Hause. Und manche beides zugleich. «
Lazi sitzt im Zug nach Budapest und hat ein Ziel: Das Gewehr des Großvaters András, der während des Ungarnaufstands 1956 nach Argentinien fliehen wollte, aber in Eppingen landete. Im ungarischen Dorf erwarten Lazi unberechenbare Tanten, unzählige Schnäpse und die Großcousine Zsófi, die Lazi das Schießen beibringt. Nur Mónika, die Schwester der Mutter, versteht, was Lazis veränderter Körper zu bedeuten hat, nur sie ahnt den wahren Grund für Lazis Rückkehr: Rache üben, Gerechtigkeit finden. Auf der Suche nach dem Ursprung der Gewalt in der Familiengeschichte trennt Lazi eine Naht aus Scham und Schweigen auf. Hat schließlich das Gewehr des Großvaters und alle Fäden der Erzählung in der Hand. Und trifft eine Entscheidung. 'King Cobra' erzählt zwischen Humor, Zärtlichkeit und Wut vom Widerstand gegen das Schweigen und davon, dass die Liebe kein Bluthund ist.
»Muri Darida erzählt in gewaltigen Bildern von dem, was sich uns eingeschrieben hat, macht daraus Atem, Leben, Befreiung - und entzündet ein Feuer, das die Sprache zum Glühen bringt. « Yael Inokai
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