In der uns vertrauten zweipoligen Geschlechter-Ordnung darf es nur Frauen oder Männer geben und dazwischen gar nichts. Da bleibt kein Platz für Menschen, die sich im biologisch falschen Körper fühlen und ihre Identität geschlechtskonträr empfinden. Bisher werden die Betroffenen als gestört betrachtet. Doch ist es nicht bald an der Zeit, das öffentliche Bewusstsein darauf hinzulenken, dass es eine Vielfalt von Geschlechtsvarianten und Geschlechtsidentitäten gibt, die nicht alle krank sein können? Transidentität /Transsexualität ist ein komplexes Phänomen und wirft nicht nur bei den Betroffenen und Angehörigen viele Fragen auf. Neben der umfassenden und gut verständlichen Darstellung transsexueller Erscheinungsweisen, Verläufe, Ursachen und geschlechtsangleichender Maßnahmen sowie ihrer Voraussetzungen bietet das Buch ausführliche Informationen über die rechtliche Situation, über geschichtliche Hintergründe, Kontroversen, Debatten und vieles andere mehr. Es richtet sich an Betroffene und deren Angehörige, an Ärzte, Juristen, Sozialpädagogen, an Menschen anderer Berufe, die mit Transsexuellen in Kontakt sind, sowie an alle Interessierten, die sich aufgrund des neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisstandes eine fundierte Meinung bilden wollen. Durch ihre fachlich kompetente, neutrale Aufklärung holt die erfahrene Psychotherapeutin und bekannte Fachbuchautorin die Transsexualität aus der 'Schmuddelecke' und dem Bereich des 'Schrillen'.
Inhaltsverzeichnis
1;Inhaltsverzeichnis;6 2;Vorwort;22 3;Einleitung: Über die Schrillen und die Stillen;26 3.1;1. Geschlechtsangleichung oder Free Gender: Was soll denn unordentlich sein an der Transidentität?;27 4;I. Begleit- und Basisinformationen;32 4.1;2. Begriffe: Bedeuten Transsexualismus, Transsexualität, Transidentität, Transgender und Transgeschlechtlichkeit das Gleiche?;33 4.2;3. Bezeichnungen: Wie soll man transsexuelle Menschen korrekter Weise nennen?;36 4.3;4. Definition und Überblick: Transident- und was nun?;38 4.4;5. Transsexualität-Transvestitismus: Transvestiten tragen auch gegengeschlechtliche Kleidung worin liegt der Unterschied zu Transsexuellen?;42 4.5;6. Transsexueller Transvestitismus: Werden aus allen Transvestiten später Transsexuelle?;45 4.6;7. Körperliche Geschlechtsvarianten: Was ist Intersexualität?;47 4.7;8. Transsexualität Intersexualität: Worin besteht der Unterschied?;50 4.8;9. Geschlechtsvarianten: Welche Intersex-Syndrome gibt es denn?;52 4.9;10. Kern-Geschlechtsidentität: Ab welchem Alter weiß man, ob man ein Mädchen oder Junge ist?;54 4.10;11. Entstehung: Welche Einflüsse bestimmen die Geschlechtsidentität eines Menschen?;57 4.11;12. Sexuelle Orientierung: Wie entwickelt sich die Geschlechtspartnerpräferenz?;60 4.12;13. Definition: Was bezeichnet man als Geschlechtsidentitätsstörung?;63 4.13;14. Kinder: Können auch Kinder unter ihrem Geschlecht leiden und wäre das auch schon eine Störung?;65 4.14;15. Normen: Was heißt normal und was bedeutet Heteronormativität?;67 4.15;16. Medizinisch-psychologische Normen: Was unterscheidet ein gestörtes Verhalten und Empfinden vom Normalen, und wer setzt fest, was als geschlechtsidentitätsgestört zu gelten hat?;70 4.16;17. Kriterien: Gilt jeder, der mit seinem biologischen Geschlecht unzufrieden ist, gleich als transsexuell?;73 5;II. Diagnostik und Klassifikation;76 5.1;18. Diagnosesysteme: Wozu braucht man Diagnose-systeme und was bedeuten ICD- 10 und DSM- IV- TR?;77 5.2;19. Kritik: Gilt in beiden Diagnosesyste
men Transsexualität als Geschlechtsidentitätsstörung?;80 5.3;20. Diagnose: Ist die Diagnose Transsexualität in beiden Klassifikationssystemen an einen Operationswunsch gebunden?;84 5.4;21. Klassifikation: Nach welchen Kriterien wird Transsexualität im DSM- IV- TR und in der ICD- 10 genau diagnostiziert?;86 5.5;22. Diagnostische Maßnahmen: Worauf kommt es bei der diagnostischen Untersuchung an und warum wird so ein Aufwand betrieben?;89 5.6;23. Kinder: Wie werden Probleme mit dem biologischen Geschlecht bei Kindern in der ICD-10 und im DSM- IV- TR diagnostiziert?;91 5.7;24. Differenzialdiagnose: Welche Störungen oder Probleme dürfen nicht mit transsexuellen Entwicklungen verwechselt werden?;94 5.8;25. Diskussion: Handelt es sich bei der Transsexualität um einen Wahn?;98 5.9;26. Zuordnungsprobleme und Konsequenzen: Ist Transsexualität eine Störung der Geschlechtsidentität , eine Körperkrankheit oder eine Normvariante des geschlechtlichen Seins ?;100 6;III. Geschichte, Hintergründe und Kontroversen;104 6.1;27. Geschichtliches: Seit wann gibt es die Transsexualität, wie wir sie heute kennen?;105 6.2;28. Operationszentren: Wann wurden die ersten Operationen durchgeführt und welche örtlichen Behandlungsmöglichkeiten gibt es heute?;109 6.3;29. Hintergründe: Wie haben sich die Richtlinien für die Diagnose Transsexualität von damals bis heute weiterentwickelt?;112 6.4;30. Behandlungskontroversen: Operation oder Psychotherapie wie sollen transsexuelle Menschen behandelt werden?;115 7;IV. Transident sein: Vom Doppelleben und den Folgen;118 7.1;31. Privatsphäre: Wie geben sich Transsexuelle öffentlich und privat?;119 7.2;32. Begleiterscheinungen: Mit welchen psychischen Problemen geht Transsexualität öfter einher?;121 7.3;33. Geschlechtstypische Reaktionsweisen: Reagieren biologische Männer und Frauen unterschiedlich auf ihre Transidentität?;123 7.4;34. Kinder: Welche Merkmale sind für Kinder, die Probleme mit ihrem biologischen Geschlecht haben, typisch?;125 8;V. Häufigkeit un
d Geschlechterverhältnis ( Sex Ratio);128 8.1;35. Häufigkeit: Wie viele Transsexuelle gibt es eigentlich überhaupt?;129 8.2;36. Geschlechterverhältnis: Gibt es mehr biologisch männliche als weibliche Transsexuelle?;131 8.3;37. Internationale Sex Ratio: Wie sieht die Geschlechterdifferenz von Transsexuellen mit männlichem Körpergeschlecht zu Transsexuellen mit weiblichem Geschlecht in anderen Ländern aus?;133 8.4;38. Internationale Prävalenzzahlen: Wie häufig kommt Transsexualität im internationalen Vergleich vor?;135 8.5;39. Kinder: Wie häufig kommen Geschlechtsidentitätsstörungen bei Kindern vor und warum sind sie bei Jungen häufiger?;137 9;VI. Ursachen und Erklärungsansätze;140 9.1;40. Erklärungsansätze: Welche Ursachen hat Transidentität?;141 9.2;41. Biomedizinische Ursachen: Sind somatische Faktoren für Transsexualität verantwortlich?;144 9.3;42. Psychodynamische Theorien: Liegen der Transidentität unbewusste frühkindliche Konflikte und Traumata zugrunde?;148 9.4;43. Borderline-Störung: Ist Transsexualität Ausdruck einer Borderline- Persönlichkeitsstörung?;151 9.5;44. Perversionen: Haben Perversionen und Transsexualität die gleichen tiefenpsychologischen Ursachen?;154 9.6;45. Narzisstische Plombe: Stellt Transidentität eine Abwehr der inneren Leere dar?;156 9.7;46. Familienkonstellation: Welche Rolle spielt die Herkunftsfamilie für die Entstehung der Transsexualität?;158 9.8;47. Psychosoziale Aspekte: Verursacht das psychosoziale Umfeld Transsexualität?;160 9.9;48. Biopsychosoziale Befunde: Gibt es wissenschaftliche Befunde, die die Ursachen von Transsexualität erklären?;162 9.10;49. Biopsychosoziales Erklärungsmodell: Welche biopsychosozialen Faktoren spielen bei der Entstehung der Frau- zu- Mann- Transsexualität eine Rolle?;166 9.11;50. Ursachen: Sind die Gründe für Geschlechtsidentitätsstörungen bei Kindern bekannt?;168 10;VII. Transsexuelle Erscheinungsweisen, Entwicklungen und Verläufe;170 10.1;51. Erscheinungsweisen, Suizide und Selbstverstüm-melungen: Wie
äußert sich die Transgeschlechtlichkeit bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern und werden auch Suizide und Selbstverstümmelungen vorgenommen?;171 10.2;52. Verläufe: Wie erleben Transsexuelle üblicherweise ihre transsexuelle Entwicklung von der Kindheit bis zum Coming- Out und danach?;174 10.3;53. Geschlechtsunterschiede: Verlaufen transsexuelle Entwicklungen bei biologischen Frauen und Männern unterschiedlich?;176 11;Erscheinungsweisen bei biologischen Frauen;180 11.1;54. Biologische Frauen: Wie erleben sich Frau-zu- Mann- Transsexuelle in der Kindheit und Jugend?;181 11.2;55. Sexualität und Partnerschaften: Welche sexuelle Orientierung haben Frau- zu- Mann- Transsexuelle in der Regel und wie wirkt sich die Transsexualität auf die Partnerschaften aus?;184 11.3;56. Subtypen: Verarbeiten alle Frau- zu- Mann- Transsexuelle die Transidentität gleich oder gibt es unterschiedliche Reaktionsweisen?;186 12;Erscheinungsweisen bei biologischen Männern;190 12.1;57. Überblick: Welche unterschiedlichen Formen der Transsexualität gibt es bei Mann- zu- Frau- Transsexuellen?;191 12.2;58. Transsexuelle Entwicklungen: Was bedeuten primäre und sekundäre Transsexualität und unterscheiden sich beide Formen hinsichtlich der sexuellen Orientierung der Betroffenen?;193 12.3;59. Androphile Mann-zu-Frau-Transsexuelle: Was kennzeichnet sexuell auf Männer orientierte Mann- zu- Frau- Transsexuelle?;195 12.4;60. Sexuelle Orientierung: Waren alle sexuell auf Männer orientierte Mann- zu- Frau- Transsexuelle vorher schwul?;198 12.5;61. Gynäphile Mann-zu-Frau-Transsexuelle: Was für ein Leben führten sexuell auf Frauen orientierte Transfrauen, die erst später die Transidentität bei sich entdeckten, vorher?;200 12.6;62. Partnerschaften: Was wird aus ihren transvestitischen Neigungen, wenn spätmanifestierte Mann- zu- Frau- Transsexuelle in Beziehungen leben, und wie reagieren die Partnerinnen auf den Geschlechterrollenwechsel?;205 13;VIII. Geschlechtsangleichende Maßnahmen;208 13.1;63. Behandlungsm
ethoden: Sollen Transsexuelle durch eine Psychotherapie nur von ihrem Operationswunsch abgebracht werden, oder gibt es auch noch andere Ziele?;209 13.2;64. Behandlungsziele: Lassen sich durch medizinische, logopädische und kosmetische Maßnahmen sämtliche Merkmale des biologischen Geschlechts auslöschen?;213 13.3;65. Folgen: Welche Auswirkungen haben geschlechtsangleichende, medizinische Maßnahmen auf Transfrauen und Transmänner?;216 13.4;66. Standards zur Behandlung: Können geschlechts-angleichende Maßnahmen in Deutschland einfach so durchgeführt werden, oder gibt es bestimmte Kriterien?;219 13.5;67. Behandlerqualifikationen: Kann jeder Psychotherapeut oder Arzt Transsexuelle begutachten oder behandeln?;222 13.6;68. Deutsche Behandlungsstandards: Unter welchen Voraussetzungen werden normalerweise in Deutschland geschlechtsangleichende Maßnahmen durchgeführt?;224 13.7;69. Psychotherapie: Welche Ziele und Inhalte hat eine Psychotherapie?;228 13.8;70. Psychologische Begleitung: Werden auch die ersten Schritte in die Öffentlichkeit und das eigene Erscheinungsbild thematisiert?;232 13.9;71. Alltagstest: Welchen Sinn hat ein Alltagstest vor den geschlechtsangleichenden Maßnahmen?;234 13.10;72. Alltagstesterfahrungen und psychologische Begleitung: Welche Erfahrungen machen Transsexuelle im Allgemeinen im Alltagstest und wie empfinden sie die begleitende Psychotherapie dabei?;238 13.11;73. Alltagstest und neue Partner: Wie reagieren die Partner, die die Transidenten während des Coming Out- Prozesses in ihrer neuen Geschlechtsrolle kennenlernen, und die dann von dem biologischen Geschlecht erfahren?;241 14;Kriterien für eine geschlechtsangleichende Behandlung;244 14.1;74. Indikation zur geschlechtsangleichenden Behandlung: Wann darf sie nach den Richtlinien gestellt werden?;245 14.2;75. Hormonelle Behandlung: Welche Wirkungen und Risiken hat sie und wann darf sie vorgenommen werden?;248 15;Indikation zur operativen Geschlechtsangleichung;252 15.1;76. Chirurgische Maßnahmen:
Unter welchen Voraus-setzungen darf eine geschlechtstransformierende Operation vorgenommen werden?;253 15.2;77. Kosten: Wie teuer sind die chirurgischen Operationen und werden die Kosten von den Krankenkassen bzw. von den Privatversicherungen übernommen?;256 15.3;78. Coming Out und familiäre Beziehungen: Welche Reaktionen zeigen die Herkunftsfamilien üblicherweise auf den Geschlechtswechsel ihres Angehörigen?;258 15.4;79. Partner: Wie gehen die (Ehe-)Partner in der Regel mit dem Coming Out des Transsexuellen um?;261 15.5;80. Kinder: Wann sollen die Kinder von dem Geschlechtswechsel des Elternteils erfahren und in welchem Alter verarbeiten sie das am unproblematischsten?;263 15.6;81. Einpassung in die neue Rolle: Warum geben sich einige Transfrauen so übertrieben weiblich und haben es Frau- zu- Mann- Transsexuelle leichter?;266 15.7;82. Gegenanzeigen: Wann dürfen keine geschlechtsangleichenden Maßnahmen vorgenommen werden?;270 15.8;83. Mann-zu-Frau-Transsexuelle: Wie wird die hormonelle Behandlung bei biologischen Männern genau durchgeführt und welche Risiken bestehen durch die gegengeschlechtlichen Hormoneinnahmen?;272 15.9;84. Frau-zu-Mann-Transsexuelle: Welche Wirkungen hat die gegengeschlechtliche Hormonbehandlung bei biologischen Frauen und mit welchen unerwünschten Nebenwirkungen ist sie verbunden?;275 15.10;85. Mann-zu-Frau-Transformation: Wie werden operativ aus männlichen Genitalien weibliche gemacht und wie viele Operationen sind dafür erforderlich?;277 15.11;86. Frau-zu-Mann-Transformation: Wie wird eine Genitalaufbau- Plastik operativ ermöglicht und wie viele Schritte sind dazu erforderlich?;279 15.12;87. Operationsergebnisse: Sind die Genitaltransforma-tionsoperationen inzwischen ausgereift oder welche Komplikationen können auftreten?;283 15.13;88. Postoperative Zufriedenheit und Nachsorge: Wie kommen Transsexuelle nach den Transformationsoperationen später mit sich klar?;286 15.14;89. Prognostische Risikofaktoren, Reuefälle und Rückumwandlungsbegehren:
Wie viele Transsexuelle wollen sich rückoperieren lassen und lässt sich voraussagen, welche Transsexuelle später die Operation bereuen werden?;289 15.15;90. Alternative Arrangements: Was gilt es vor geschlechtsangleichenden Maßnahmen alles zu bedenken und gibt es auch andere Lösungswege als die Operation?;292 15.16;91. Free Gender: Zementieren Transsexuelle nicht eher die Vorstellung von weiblich oder männlich , statt sich zum Variantenreichtum der Geschlechter und Identitäten zu bekennen, und ihr Sosein anzunehmen?;296 16;IX. Rechtliche Situation;298 16.1;92. Deutschland: Wie viele Gutachten müssen für die Operationen, die Krankenkassen und die Gerichte erstellt werden, und auf welcher Rechtsgrundlage sind sie erforderlich?;299 16.2;93. Schweiz: Werden in der Schweiz die Kosten für eine Geschlechtstransformation von der Krankenversicherung übernommen und wie sehen die rechtlichen Regelungen in Bezug auf die Personenstandsänderung aus?;303 16.3;94. Österreich: Wie sieht die rechtliche Situation für Transsexuelle in Österreich aus?;305 16.4;95. Transsexuellengesetz: Was bedeuten die kleine und die große Lösung ?;307 16.5;96. Vornamensänderung nach 1 TSG: Unter welchen Voraussetzungen kann man in Deutschland seinen Vornamen ändern lassen?;310 16.6;97. Personenstandsänderung nach 8 TSG: Was verlangt das deutsche Transsexuellengesetz zur Änderung des Personenstands?;312 16.7;98. Deutsche Standards zur Begutachtung nach dem Transsexuellengesetz: Was schreiben die deutschen Standards für die Begutachtung zur Änderung des Vornamens ( 1 TSG) und des Personenstands ( 8 TSG) vor?;314 16.8;99. Kritik: Was ist problematisch am deutschen Transsexuellengesetz und welche kritischen Einwände lassen sich im Einzelnen erheben?;317 16.9;100. Gerichtsentscheidungen: Welche wichtigen Gerichtsurteile gibt es vom Europäischen Gerichtshof, vom deutschen Bundesverfassungsgericht und vom Bundessozialgericht, die für Transsexuelle bedeutsam sind?;320 17;Anhang;322 18;Literaturverzeichnis;332
19;Sachwortverzeichnis;338 20;Anzeigen;348