Faszinierend rätselhaft: Expedition, Artefakte und blaue Türme treiben die Marskinder an ihre Grenzen ¿ Spannung pur.
In "Die gläsernen Höhlen" steigert Andreas Eschbach die Spannung seines Marsprojekts gewaltig. Nach einem behäbigen Einstieg voller Diskussionen und Analysen entfaltet sich eine packende zweite Hälfte, die den Leser kaum loslässt. Die neu entdeckten kilometerlangen Marsgänge und der rätselhafte zentrale Hohlraum bilden den Kern einer Expedition, die Carl - nach einem eindringlichen Appell - als jüngstes Mitglied begleitet. Währenddessen verfolgt Elinn weiter die Spur der Artefakte, deren Bedeutung immer deutlicher wird.Die jugendlichen Figuren geraten teils in den Hintergrund, insbesondere Ariana und Urs, deren Fehltritte fatale Folgen haben. Professor Caphurna bleibt eine unglückliche Figur - überfordert, hemmend, unfähig, Zusammenhänge zu erkennen.Doch dann zieht Eschbach das Tempo massiv an: Carls lebensgefährlicher Abstieg in die gläserne Höhle, Holografien uralter Marsgeschichte, seltsame Glasbehälter, undefinierbare Bewegungen - all dies verdichtet die Atmosphäre zu einer intensiven Entdeckungsreise. Gleichzeitig kommt ein blauer Turm zum Stillstand, sein Inneres offenbart neue Rätsel und deutet auf eine direkte Verbindung zu den Artefakten und zu Elinn hin.Eschbach versteht es meisterhaft, Bruchstücke von Antworten zu streuen, aber die großen Enthüllungen auf spätere Bände zu verschieben. Der Sog der ungelösten Fragen - die Türme, die Artefakte, CURLY, die Marsintelligenz - zwingt förmlich zum Weiterlesen. Ein starker, geheimnisvoller Band, der die Reihe auf ein neues Level hebt.