Teilweise fehlt Vorwissen um die Begebenheiten klar einzuordnen. Klare Botschaft, dass man sich immer wieder für das Gute einsetzen muss.
The Return of the King fühlt sich für mich wie der Abschluss einer langen, schweren Bewegung an: vom großen Krieg der Völker bis hin zur stillen Frage, was nach dem Sieg eigentlich bleibt. Tolkien erzählt nicht nur das Ende eines Abenteuers, sondern auch, dass "Ende" nicht automatisch "heil" bedeutet.Im ersten Teil begleitet man wieder verschiedene Handlungsstränge, bis alles in der Schlacht um Minas Tirith kulminiert. Dabei ist mir aufgefallen, dass Legolas und Gimli deutlich weniger präsent sind als in den vorherigen Bänden. Das fand ich schade, weil ich ihre Dynamik immer gerne beobachtet habe. Umso schöner war es, dass Tolkien am Ende ihre Freundschaft noch einmal klar hervorhebt: ihre gemeinsamen Erkundungen, und dass Legolas Gimli schließlich sogar mit auf das Schiff Richtung Westen nimmt. Das wirkt wie ein leiser, aber sehr bedeutender Schlusspunkt für zwei Figuren, die in diesem Band sonst eher am Rand stehen.Stark fand ich auch die neuen oder stärker hervortretenden Charaktere. Denethor ist für mich besonders tragisch, da er anfangs ein fähiger Herrscher, ist der tatsächlich Verantwortung trägt, dann jedoch an der Belagerung zerbricht, jede Hoffnung verliert und in Verzweiflung seinen verwundeten Sohn Faramir mit in den Tod reißen will. Diese Entwicklung hat mich erschüttert, weil sie zeigt, wie nah Stärke und Zusammenbruch beieinanderliegen können. Éowyn mochte ich ebenfalls, gerade, weil ihr Wunsch, sich selbst zu beweisen, nicht nur "tapfer" wirkt, sondern auch aus Enge, Schmerz und Sehnsucht kommt. Anfangs scheint es so, als könnte zwischen ihr und Aragorn mehr entstehen, nach der Schlacht verliert sich das jedoch, was bei mir ein leicht unvollständiges Gefühl hinterließ.Der zweite Teil, konzentriert sich wieder stärker auf Sam und Frodo. Der letzte Abschnitt des Weges ist nicht heroisch-glänzend, sondern zermürbend: Die beiden sind am Ende ihrer Kräfte, ständig in der Nähe von Orks, ständig in Alarmbereitschaft, und die Welt wird enger, grauer, erbarmungsloser. Gleichzeitig hat mich die Befreiung Frodos aus dem Ork-Turm etwas rausgerissen: Sie wirkte auf mich wie sehr viel Glück auf einmal, fast zu glatt, zu "gut um wahr zu sein", verglichen mit der sonst so gnadenlosen Logik dieses Marsches.Vor der Vernichtung des Rings erliegt Frodo dessen Versuchungen und letztlich gelingt es nur (unabsichtlich) durch Gollum den Ring in die Schlucht zu werfen. Was mir dabei aber gefehlt hat, war ein klareres Gefühl dafür, welche Folgen das alles für Frodo hat. Ich hatte erwartet, dass die Ringlast, die Korruption, das lange Tragen und das ständige Widerstehen deutlich spürbarer "nachbrennen". Stattdessen bleiben vor allem diese zwei Tage im Jahr, an denen ihn seine Verletzungen wieder einholen - das wirkte auf mich wie ein eher schwacher Ausgleich dafür, wie tief der Ring bereits in ihm gearbeitet hatte.Am unzusammenhängendsten war für mich die Vermählung von Aragorn und Arwen. Da ich nur die drei Herr der Ringe-Bücher gelesen habe, fehlte mir die Vorgeschichte - und im eigentlichen Text kommt Arwen für mein Empfinden sehr plötzlich: Ankunft und Hochzeit wirken in extrem kurzer Form abgehandelt. Erst im Anhang findet sich dann eine grobe Zusammenfassung ihrer Geschichte, die vieles verständlicher macht - ich habe sie allerdings erst ganz am Ende gelesen.Deshalb von mir die klare Empfehlung, den Anhang zu lesen.Und dann ist da noch die Rückkehr der Hobbits in den Shire. Dass sie keine heile Welt vorfinden, sondern neue Ungerechtigkeit und Verdorbenheit, macht den Schluss für mich ungewöhnlich ehrlich. Tolkien zeigt damit, dass das Böse nicht einfach ein einzelner Feind ist, den man besiegt und dann ist alles gut. Schlechte Taten ziehen Kreise, verleiten andere, vergiften Orte - und es braucht nicht nur einen großen Sieg, sondern immer wieder neue Bemühungen, Wachsamkeit und Mut im Kleinen. Gerade das macht das Ende bitter, aber auch wahr.