Sprachlich brillant und atmosphärisch dicht. Wer die Serie kennt, erfährt wenig Neues, doch Atwoods Schreibstil ist ein wahrer Genuss.
Margaret Atwoods Schreibstil ist zweifellos brillant. Sie schafft es, diese beklemmende, paranoide Welt von Gilead allein durch eine sehr präzise und bildhafte Sprache zum Leben zu erwecken. Die Art und Weise, wie sie die Isolation und die Gedankenwelt der Magd beschreibt, hat mich beim Lesen absolut abgeholt und beeindruckt.Ein kleiner Wermutstropfen war für mich jedoch der Vergleich zur Verfilmung. Da ich die Serie bereits kannte, bot mir das Buch inhaltlich kaum neue Erkenntnisse, da die erste Staffel die Handlung sehr originalgetreu wiedergibt. Ich hatte gehofft, tiefergehende Details oder zusätzliche Hintergrundinformationen zu finden, die über das Visuelle hinausgehen. Das Buch ist ein wichtiges, handwerklich erstklassiges Werk, das man definitiv gelesen haben sollte - für mich persönlich ist die Geschichte nach diesem Band jedoch abgeschlossen, weshalb ich die Fortsetzung nicht mehr lesen werde.Insgesamt ein sehr starkes Leseerlebnis, das vor allem durch seine atmosphärische Dichte überzeugt.