Warmherzige Schilderung der Kindheitsjahre des Autors auf Korfu. Kindliche Blicke für das kleinste Detail, nett, aber mitunter zu redundant.
Gerald Durrell schildert mit autobiographischen Zügen seine Kindheitsjahre mit seiner Mutter und drei Geschwistern in den 1930ern auf Korfu. Als jüngster Sohn genießt er große Freiheit, erkundet allein die Gegend und geht seiner Leidenschaft für Tiere nach. Dabei lernt er alle möglichen tierischen und menschlichen Geschöpfe kennen und gern haben. Die Schilderungen sind warmherzig und humorvoll, und vor allem die Mutter der Familie, die ihrem Sprößling alles erlaubt und ermöglicht, wird sehr sympathisch beschrieben. Der sehr ins Detail gehende Blick des Kindes für die Natur und vor allem die Tiere versetzt einen in die eigene Kindheit zurück, lässt aber auch den späteren Zoologen Durrell klar durchscheinen.Das Buch wird von vielen Lesenden als Wohlfühlbuch beschrieben und kann dies auch leisten, wenn man sich auf seine Episodenerzählung einlassen kann. Mir selbst war die in jedem Kapitel von Neuem ansetzende Beschreibung von Olivenhainen und Gewässern und Tierbeobachtungen zu redundant, und ich habe (vergeblich) auf das Einsetzen einer Geschichte gewartet. Befremdlich ist auch die romantisierend-beschönigende Beschreibung der einheimischen Bauern und Hirten und ihrer Armut aus der Sicht eines Jungen, dessen Familie sich offensichtlich keinerlei Gedanken über Geld machen und auch keinerlei Broterwerbstätigkeit nachgehen muss.Alles in allem ein gefälliges Leseerlebnis, zum Beispiel als Urlaubslektüre auf Korfu, aber für mich nicht herausragend.