Inhaltsangabe:Gerry ist nun schon seit über sieben Jahren tot und Holly hat sich mit ihrem Schicksal arrangiert. Sie arbeitet im Second Hand-Laden ihrer Schwester Ciara und pflegt eine liebevolle Beziehung zu Gabriel.Ihre Schwester veranstaltet regemäßig Podcasts zu verschiedenen Themen, nun möchte sie mit Holly über die Briefe ihres verstorbenen Mannes sprechen, die ihr aus der Trauer und ins Leben zurück verholfen haben. Ohne darüber nachzudenken, was daraus werden könnte, macht Holly mit.Eine gute Kundin des Ladens - Angela - gründet -inspiriert von dem Podcast- den "P.S. Ich liebe Dich-Club", um anderen schwerkranken Menschen die Chance zu geben, für ihre Lieben noch Erinnerungen zu schaffen. Und Holly soll sie dabei unterstützen!Aber Holly sieht sich plötzlich wieder mit ihrem Verlust konfrontiert. Alle in der Familie und auch Gabriel halten es für keine gute Idee, das sie mitmacht. Und irgendwie fremdelt Holly mit der Idee, dennoch kann sie sich des Eindrucks nicht erwehren, dass dies weit mehr als nur Hilfestellung bei Briefen ist.Mein Fazit:Holly und Gerry - die Liebesgeschichte, die Cecelia Ahern vor über 20 Jahren zur Bestseller-Autorin gemacht hat, hat nun eine Fortsetzung gefunden. Wie ich mich selbst davon überzeugen konnte, sind beide Bücher unabhängig voneinander zu lesen.Holly, die Ich-Erzählerin und vor meinem inneren Auge immer noch Hilary Swank, machte es mir dieses Mal allerdings schwer, sie zu verstehen und zu mögen. Die erste Hälfte der Geschichte hat sie sich zuweilen etwas merkwürdig benommen. Eigentlich wollte sie gerade mit Gabriel zusammenziehen und die Beziehung auf die nächste Stufe stellen. Doch Gerry war plötzlich wieder präsent. Die Geschichte mit dem Podcast hat sie aus der Bahn geworfen und sie verstand eine Zeitlang selbst nicht, warum. Ich fühlte es ihr nach, ich verstand sie auch nicht.Erst ab der Hälfte ungefähr löste sich langsam der Knoten. Die Figuren sind alle liebevoll gezeichnet, aber Gabriel mochte ich trotzdem nicht, auch wenn er seinen Fehler später eingestand. Er war mir von Anfang an unsympathisch! Die Freundinnen und auch die Schwester sind einfach göttlich - wer solche Menschen um sich hat, braucht nicht mehr viel zum Leben. Und auch Gerry lebte in dieser Geschichte wieder auf und erfüllte Holly mit Liebe und Traurigkeit zugleich.Trauerarbeit ist oftmals mehr als nur Abschiednehmen. Man muss eine neue Epoche beginnen, ohne den geliebten Menschen. Es findet eine Entwicklung statt, die ohne dem Verlust vermutlich nicht eingetreten wäre. Da tauchen dann viele "Was wäre, wenn"-Fragen auf, durchaus berechtigt, aber es ist müßig, weiter darüber nachzudenken. Die Antworten weiß man nicht. Die eine oder andere kleine Weisheit steckt auch in der Geschichte, die man annehmen kann, aber nicht muss.Trotz des ernsten Themas ist es humorvoll und liebevoll geschrieben. Ich konnte mir die Situationen gut vorstellen und sie sind für mich auch nicht abgehoben oder unrealistisch. Es ist eine Geschichte aus dem Leben gegriffen, die mich gut unterhalten hat.Mehr wie vier Sterne sind da jedoch nicht drin, die erste Hälfte war für mich anstrengend!