Erschreckend und traurig zugleich
Ich lese gern Hera Lind, immer wieder toll zu lesen.Ich bin selbst ein Kind der DDR, aber wurde erst in den 1980 geboren und habe selbst nichts mitbekommen. Umso mehr schockierte mich dieses Buch. Es ist für mich unfassbar, was Menschen ertragen müssen und was Menschen anderen Menschen so antun können. Der Drang nach Selbstbestimmung und frei sein zu wollen, wurde zu Zeiten der DDR und Stasi sehr hart betraft. Da gib es Gisa, genannt Peasy und ihr Mann Ed, sie wollten die DDR verlassen um ein Leben zu führen nach ihren Vorstellungen. Peasy wollte an der Oper Ballett tanzen, tat sie zunächst auch , wurde dann aber degradiert und musste eine Schneiderausbildung am Ende machen. Sie durfte kein selbstbestimmtes Leben führen, alles steuerte der Staat. Es wurde ihr vom Staat übel genommen, dass sie das Land verlassen wollte. Sie wurde wegen Staatsverrat verurteilt und musste für einige Jahre ins Gefängnis, dort erlebte sie die Hölle auf Erden. Schikanen waren an der Tagesordnung. Sie durfte lange keinen Kontakt zu ihrer Familie haben oder ihrem Mann der ebenfalls verurteilt wurde. Nach einer sehr langen Zeit wurden sie dann doch begnadigt und durften unter Auflagen ausreisen. Ich hätte gern noch gewusst, wie es mit Peasy weiter ging bzgl dem Tanzen. Durfte oder besser konnte sie ihrem Traum dem Ballett nachgehen, wie verlief ihr Leben nach der Ausreise. Das fehlte mir ein wenig zum Schluss. Dennoch war es wieder ein ausgezeichnetes Buch, Hera Lind versteht es zu schreiben und den Leser mitzunehmen