Was der deutsche Buchmarkt hier treibt, ist wieder einmal eine jener gut gemeinten, schlecht gemachten Operationen am offenen Textkörper: Man hat ein Werk, das als organische Einheit konzipiert wurde, mit der literarischen Knochensäge in zwei handliche Hälften zerlegt. Nicht aus ästhetischer Notwendigkeit, sondern aus verlegerischem Kalkül.Doch liest man das Buch so, wie der Autor es gedacht hat - als geschlossenes Ganzes -, entfaltet sich erst seine eigentliche Wucht. Motive spiegeln sich über große Strecken hinweg, erzählerische Fäden greifen ineinander, Spannungsbögen gewinnen erst in der Rückschau ihre volle Bedeutung. Was in der Teilung fragmentarisch wirkt, erweist sich im Zusammenhang als präzise komponiertes Gesamtbild.Deshalb folgt meine Rezension konsequenterweise im zweiten Teil - nicht als Nachtrag, sondern als Blick auf das Ganze.