Schon nach wenigen Seiten wird klar, dass dieses Nimmerland nichts mit der Geschichte zu tun hat, die ich aus meiner Kindheit kenne. Christina Henry erzählt Peter Pan düster und grausam und stellt vieles auf den Kopf, was man über die Figuren zu wissen glaubt.Die Geschichte wird aus Jamies Ich-Perspektive erzählt. Dadurch ist man ihm sehr nah, erlebt seine Gedanken, seine Ängste und seine Hoffnung direkt mit. Gerade das hat mir gut gefallen, weil Jamie dadurch sehr authentisch wirkt und ich mich gut in ihn hineinversetzen konnte.Auch Peter Pan ist völlig anders, als man ihn kennt. Er lockt Jungen nach Nimmerland und verspricht ihnen, ein Abenteuer und dass sie nie erwachsen werden. Doch schnell wird klar, dass hinter diesem Versprechen etwas viel Dunkleres steckt. Diese Neuinterpretation hat mich überrascht und gleichzeitig dafür gesorgt, dass ich immer weiterlesen wollte.Die bedrückende Atmosphäre hat mir besondersgut gefallen. Während des Lesens hatte ich ständig das Gefühl, dass etwas Schlimmes passieren könnte. Die Geschichte lebt dabei weniger von großen Wendungen(welche aber auch vorkommen) als von dieser unterschwelligen Bedrohung, die einen bis zum Ende begleitet.