Ich habe diesen Roman verschlungen.
Ein Mann lebt in einem riesigen Komplex aus großen Sälen mit unzähligen Statuen. Das untere Geschoss ist von Ebbe und Flut geprägt und versorgt ihn mit Fisch und Algen. Außer 13 Gerippen gibt es nur noch den Anderen, den er zweimal pro Woche trifft und der ihn mit den restlichen Dingen zum Überleben versorgt.Von ihm hat er auch den Auftrag erhalten, in weit entfernte Säle vorzudringen. Doch nie hat er das Ende dieses riesigen Gebäudes entdecken können.Die anfängliche Atmosphäre im Roman hat nichts Klaustrophobisches, sondern eher sogar etwas von ¿einsamer Insel¿, Abgeschiedenheit und Gleichklang des Lebens. Doch plötzlich finden Eindringlinge einen Zugang und verwirren den Protagonisten. Wer ist nun Freund und wer ist Feind? Wer möchte ihn verwirren und wer möchte ihm helfen, und überhaupt wobei helfen?Aus meiner Sicht hat dieses Werk sehr viel vom ¿magischen Realismus¿. Nur ganz langsam schlich sich bei mir die Ahnung ein, dass es sich nicht um Science-Fiction oder etwas Ähnliches handelt. Es ist für mich eine Seelenreise, die sich mit den Grundsatzfragen des Lebens auseinandersetzt. Aber kein herkömmliches philosophisches Werk, sondern eine ganz besondere Mischung mit Thriller-Aspekten, Krimi-Anlehnungen und Elementen eines Traumerlebnisses. Ja, traumwandlerisch zieht der Ich-Erzähler und Tagebuchschreiber durch diese mystische Welt, da er ganz ¿ aus vielleicht nicht so schönen Gründen ¿ im Hier und Jetzt lebt.Der Autorin ist es wundervoll gelungen, Vergangenheit und Gegenwart zusammenzuführen und doch nicht alles bis auf das letzte Jota aufzulösen. Am Schluss blieben bei mir noch wenige Fragezeichen, aber ein gutes Gefühl, einen ganz besonderen Roman gelesen zu haben: Parallelwelt mal ganz anderes!Fazit: Ich habe diesen Roman verschlungen.