Die Welt von Piranesi erscheint surreal - ein riesiges Haus mit Ozeanen, Wolken und riesigen Statuen. Piranesi beginnt das Haus zu erforschen und sucht dabei nach sich und dem Grund, warum er hier ist.Dass "Piranesi" ein ungewöhnlicher Roman ist, zeigt schon die Tatsache, dass ich außergewöhnlich lange an dem einleitenden Text dieser Rezension gesessen habe. Auch wenn es pathetisch klingt: So etwas habe ich wohl noch nie gelesen.Dabei ist der aus Sicht des Ich-Erzählers - Piranesi - geschriebene Text in Tagebuchform zunächst höchst verwirrend. Man fragt sich wirklich mehr denn je, was dieses Buch soll und was es von einem will. Aber genau dadurch entwickelt es einen unglaublichen Sog. Man will eben wissen, was los ist und es ist logisch, dass man das nicht weiß, schließlich weiß es Piranesi ja auch nicht.Aber je weiter das Buch voranschreitet, umso mehr Erkenntnisse ergeben sich, bis schließlich alles aufgelöst wird. Dabei ist faszinierend, dass man immer am Miträtseln ist und auch schon mal eine Theorie aufstellt, die man in kürzester Zeit über den Haufen werfen kann.Was ist "Piranesi" also für ein Roman? Keine Ahnung, ich glaube, ich weiß es immer noch nicht. Ich weiß nur, es war für mich noch nie so faszinierend, nichts zu wissen, eine Auflösung zu bekommen und sich dennoch zu fragen, was das jetzt war und was es derart süchtigmachend macht. Man muss es gelesen haben - und versteht es dann doch nicht. Daumen hoch für ein Buch, das gelungen anders ist.