Eine emotionale Liebesgeschichte über Verlust, Vertrauen und den Weg zu sich selbst. Jane und Alex wachsen einem schnell ans Herz.
"Blue - Wo immer du mich findest" hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Gerade die Mischung aus Liebesgeschichte und ernsteren Themen hat das Buch für mich besonders gemacht.Im zweiten Band begleiten wir Jane, die nach den ganzen Veränderungen in ihrem Leben erst einmal Abstand braucht. Die Nachricht über ihren leiblichen Vater, die Beziehung ihres Bruders zu ihrer Halbschwester und der Verlust ihrer Mutter haben ihr den Boden unter den Füßen weggezogen. Dass sie deshalb zeitweise heimlich im Diner schläft, in dem sie arbeitet, zeigt sehr deutlich, wie wenig Halt sie gerade hat.Dort trifft sie immer wieder auf Alex. Er wirkt zunächst arrogant, verschlossen und ziemlich bissig, aber Jane merkt schnell, dass hinter seinem Verhalten mehr steckt. Ich mochte besonders, dass sie sich nicht einfach von seiner Art abschrecken lässt, sondern immer genauer hinschaut und versucht, ihn wirklich kennenzulernen.Die Geschichte wird aus Janes und Alex' Perspektive erzählt. Das hat mir sehr gut gefallen, weil man dadurch als Leser schneller versteht, was hinter Alex' Verhalten steckt, während Jane vieles erst nach und nach herausfinden muss. Gerade dadurch entsteht eine interessante Dynamik zwischen den beiden.Besonders positiv fand ich, dass das Buch nicht nur die Liebesgeschichte in den Mittelpunkt stellt. Themen wie Vernachlässigung, Misshandlung, Verlust und die Suche nach sich selbst werden aufgegriffen. Dabei wird auch deutlich, dass der Weg zu sich selbst nicht plötzlich abgeschlossen ist, sondern Zeit braucht und durchaus schmerzhaft sein kann.Jane mochte ich dabei besonders. Sie ist nicht einfach nach den ganzen Ereignissen wieder "okay", sondern muss erst einmal herausfinden, was sie eigentlich möchte und wo ihr Platz ist. Auch Alex hat mir gefallen, gerade weil man durch seine Perspektive seine verschlossene Art besser verstehen kann.Die Liebesgeschichte entwickelt sich für mich angenehm und vor allem nachvollziehbar. Es geht nicht nur darum, dass sich zwei Menschen attraktiv finden, sondern auch darum, Vertrauen aufzubauen und hinter die Fassade des anderen zu schauen.Insgesamt war es für mich ein schöner Abschluss der Paper-Love-Reihe, der neben der Romance auch ernste und emotionale Themen behandelt. Ganz perfekt war es für mich zwar nicht, aber ich habe Jane und Alex sehr gerne begleitet.