In "Familie Flickenteppich - Wir machen Ferien" taucht plötzlich die Mutter von Emma, Ben und Jojo auf und wirbelt das Leben der Bewohner von Nummer 11 ordentlich durcheinander.Das Hardcover-Buch von Stefanie Taschinski hat 236 Seiten und ist 2021 im Oetinger Verlag erschienen. Die Illustrationen stammen von Anne-Kathrin Behl.Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und lässt sich gut lesen. Was mir ein bisschen negativ aufgefallen ist, sind die vielen englischen Floskeln (very nice!, Tournee, Sweetie) und die im Alltag eher weniger gebräuchlichen Wörter (umami, Blutsschwester, Erbsenzähler), mit denen meine Tochter einfach noch nichts anfangen konnte. Das führte oft zu Rückfragen, die unseren Lesefluss immer wieder unterbrochen haben.Die Geschichte an sich finde ich super. Anstatt wie die meisten anderen Kinderbücher von harmonischen Familien zu berichten, werden in diesem Buch Themen wie ein alleinerziehender Papa, eine alleinerziehende Mama, Streit unter Freunden und Angst der Geschwister vor einer Trennung behandelt. Es ist keine rosarote Glitzerwelt sondern eine authentische Erzählung des wahren Lebens mit vielen Untertönen. Das tägliche Auf und Ab im Leben einer Gruppe von Kindern wird sehr anschaulich erzählt (Abenteuer Wohnwagenübernachtung, Ferien auf dem Campingplatz aber eben auch ein Schulprojekt und Klassenarbeiten).Ich habe das Buch mit meiner siebenjährigen Tochter gelesen. Sie kann schon seit über einem Jahr Lesen, hatte aber mit vielen Wörtern noch Probleme. Die Handlung hat sie nur teilweise aufgenommen, weil sie einfach noch zu jung ist, um die feinen Zwischentöne zu verstehen.Fazit: Ein wirklich tolles Kinderbuch, dass meiner Meinung nach allerdings eher für ältere Kinder passend ist. Klar verstehen auch die Jüngeren die Geschichte aber für die Feinheiten müssen sie wohl mindestens 9 oder 10 Jahre alt sein. Zumindest werde ich es meiner Tochter dann nochmals zum Lesen geben und dann vielleicht auch noch die anderen Bände von Familie Flickenteppich anschaffen.