Starke Charaktere, spannende Enthüllungen und eine Welt, die sich Stück für Stück entfaltet.
Nachdem Poppy verraten wurde und alles, woran sie ihr Leben lang geglaubt hat, plötzlich infrage steht, bleibt ihr kaum Zeit, die Wahrheit zu verarbeiten. Während sie versucht herauszufinden, was aus ihrem Bruder Ian geworden ist, wird sie immer tiefer in die Konflikte zwischen Solis und Atlantia hineingezogen. Doch wem kann sie überhaupt noch vertrauen, wenn sich so viele ihrer Überzeugungen als Lügen entpuppt haben? Und welche Rolle spielt sie selbst in all dem?Nachdem mir der erste Band bereits deutlich besser gefallen hatte als bei meinem ersten Leseversuch vor einigen Jahren, konnte mich Flesh and Firesogar noch mehr überzeugen. Ich hatte von Anfang an das Gefühl, viel besser in der Geschichte angekommen zu sein und habe das Buch entsprechend schnell verschlungen. Was für mich eine der größten Stärken dieser Reihe ist, sind die Charaktere. Natürlich stehen Poppy und Hawke im Mittelpunkt, aber auch die Nebenfiguren tragen viel zur Geschichte bei. Besonders Kieran hat es mir angetan. Spannend finde ich auch die vielen offenen Fragen rund um Poppys Identität. Zwar erfährt man in diesem Band einige neue Dinge, gleichzeitig werden aber wieder neue Rätsel aufgeworfen. Dadurch bleibt die Neugier konstant erhalten und ich habe ständig das Gefühl, noch längst nicht das ganze Bild zu kennen. Was mir ebenfalls sehr gefällt, ist die Art, wie Jennifer L. Armentrout ihre Welt aufbaut. Man erfährt immer mehr über Solis, Atlantia und die Hintergründe der Konflikte, aber nie in Form von langen Infodumps. Stattdessen werden die Informationen nach und nach eingestreut, sodass man die Welt immer besser versteht, ohne dass die Handlung darunter leidet.Auch die Liebesgeschichte zwischen Poppy und Hawke funktioniert für mich insgesamt gut. Zwar bringen mich die Beiden nicht komplett ins Schwärmen, weil die Gefühle und Absichten von Hawke doch recht früh offensichtlich wirken. Dadurch fehlt mir manchmal ein wenig die emotionale Spannung. Trotzdem habe ich mit den beiden mitgefiebert und ihre Entwicklung gerne verfolgt. Ich persönlich finde auch, dass der Spice für mich die restliche Geschichte nicht verdrängt. Natürlich gibt es romantische und intime Szenen, aber die Handlung, die Geheimnisse und die politischen Konflikte bleiben weiterhin wichtig. Es gibt einige Szenen, die mir im Gedächtnis bleiben werden. Zum Beispiel die Sequenz, in der Hawke sich nähren muss, aber auch die Unterhaltung zwischen Poppy und der Herzogin in der Kutsche. Das Ende hat dann natürlich noch einmal einige Fragen aufgeworfen.Inzwischen kann ich sagen: Ich habe wirklich in die Reihe hineingefunden und ich verstehe, warum so viele Leser diese Bücher lieben.