Originelle Geschichte mit Magie und Emotionen
Schon die Grundidee hat mich sofort gepackt: Tycho ist die Nachfahrin alter Götter und damit übermenschlich stark, vor allem dann, wenn Alkohol im Spiel ist. Eine Fähigkeit, die sich als Barkeeperin in New York als ziemlich praktisch erweist, um sich gegen zwielichtige Gestalten zu behaupten. Doch ihre Kräfte haben ihren Preis. Als eine Sekte es auf sie abgesehen hat, gerät ihr ohnehin fragiles Leben endgültig aus den Fugen. Ich war sofort drin in der Story. Die Idee fühlt sich frisch an, die Figuren wirken greifbar, und obwohl die Atmosphäre oft düster ist, wird sie immer wieder von trockenem Witz aufgelockert. Der Schreibstil liest sich extrem flüssig und sorgt dafür, dass man nur so durch die 500 Seiten fliegt. Und ganz ehrlich: Das Cover ist ein absoluter Hingucker! Hab es gern in meinem Regal stehen.Tycho als Protagonistin hat mich von Anfang an überzeugt. Sie ist an einem Punkt angekommen, an dem nichts mehr geht und genau das macht sie so spannend. Man muss ihre Entscheidungen nicht immer mögen, um sie zu verstehen. Ich war aber sehr stark emotional an sie gebunden. Einziger kleiner Kritikpunkt: Einige Nebenfiguren, vor allem Logan und Grayson, hätten für meinen Geschmack (Ja, Wortwitz) noch etwas mehr Raum verdient.Die Kombination aus urbanem New-York-Setting, alten Göttern, Liebe, Sekten, Geheimnissen, Trauma und inneren Konflikten ist einfach stark. Statt klassischer Superhelden-Vibes bekommt man hier eine deutlich rauere, unbequemere Geschichte, die mich eher an The Boys erinnert als an typische Mr Superman Geschichten.Ich kenne bereits weitere Bücher aus dieser Reihe und liebe es, dass man sie sowohl einzeln als auch als Reihe lesen kann. Umso weniger verstehe ich, warum diese Geschichte noch immer so unter dem Radar läuft. Sie ist originell, dramatisch, witzig, emotional und bleibt im Kopf.