"...Das größte Unheil geschieht immer dann, wenn irgendwelche Leute - egal, welche Ziele und Motive sie haben - überzeugt sind, das sie immer recht haben und deshalb alles tun können, was ihnen richtig erscheint."Zitat Seite 394Meine MeinungIn "Die Morde von Pye Hall" haben wir die Lektorin Susan Ryeland kennen gelernt, die in die Ermittlungen von Atticus Pünd verstrickt wurde - einer Romanfigur eines Autors ihres Verlags, für den sie zuständig war.Das ganze ging recht gefährlich zu Ende und mittlerweile führt sie mit ihrem jetzigen Lebensgefährten ein Hotel auf Kreta. Der Besuch eines älteren Ehepaares bringt allerdings einen alten Mordfall und eine aktuelle Entführung zu ihr, die anscheinend mit einem der Bücher zu tun haben, das ebenfalls von Alan Conway stammt.Um dem etwas eingefahrenen Alltag zu entkommen und auch die Geldsorgen zu lösen nimmt sie den Auftrag an, in Suffolk, Nähe London, nachzuforschen. Als Lektorin von Conways Büchern kann sie vielleicht die Verbindung herstellen, die dieser in seiner Handlung eingeflochten hat. Sie scheint mit dem damaligen Mord und der Entführung bzw. dem Verschwinden von Cecily McNail zu tun zu haben, doch Susan fischt lange Zeit im Trüben.Auch wenn einige Unstimmigkeiten auftauchen, weiß sie nicht, welchen Aussagen sie trauen soll. Der alte Fall ist schon 8 Jahre her, ein Täter verurteilt und ihre Möglichkeiten herauszufinden, ob jemand anders in Frage kommt, sind doch ziemlich begrenzt. Vor allem da sie nicht weiß, welchen Hinweis Cecily in dem besagten Buch gefunden zu haben glaubt, der sie auf die Spur eines anderen Täters gebracht hat.Nachdem nun einige Nachforschungen zumindest die jeweiligen Personen und ihren Standpunkt bzw. den Ablauf der Mordnacht aufgezeigt haben, wechseln wir - wie auch im ersten Band - in das besagte Buch von Alan Conway. Hier soll ja etwas versteckt sein, was die verschwundene Cecily auf die Spur des wahren Mörders gebracht hat.Ich muss gestehen, dass ich hier erstmal überfordert war. Conway soll ja all die Menschen, die er in Suffolk kennengelernt hat, in seinem Buch unter anderem Namen karikiert haben. Es kommen zwar ähnliche Örtlichkeiten oder Charaktermerkmale vor, aber so ganz bin ich lange nicht dahinter gestiegen. Ein Buch im Buch, das ich nach anfänglichem Zögern dann doch echt spannend fand - es danach aber noch mehr Fragezeichen gegeben hat, wie davor.Susan versucht, die Figuren mit den Personen zusammen zu bringen, die sie selbst kennengelernt und befragt hat und so ganz will das alles nicht zusammen passen. Durch ihre Liste, mit der sie die Verbindungen erstellt, ist mir dann schon einiges klar geworden - ein paar Hinweise hab ich dann auch erkannt, aber die Lösung des Rätsels in allen Einzelheiten konnte mich dann doch noch auf manche Weise überraschen.Ich finde es jedenfalls total genial, zwei komplette Kriminalfälle auf diese Art in einem Buch zu arrangieren und so geschickt miteinander zu verbinden. Die Figurenanzahl war dabei überschaubar, auch wenn man mit den Kombinationen der zwei Geschichten vielleicht schon seine Schwierigkeiten hat. Die Spannung war für mich jedenfalls durchweg vorhanden und hab gerne mit Susan mit gerätselt.