Mäßige Spannung, der ebenso titelgebende Kommissar hat immer noch kaum Auftritte, aber immerhin nette Unterhaltung für Zwischendurch.
Galina Gurewitz ist verschwunden. Seit drei Wochen ist die Weltklasse-Schwimmerin wie vom Erdboden verschluckt. Dennoch weigert sich ihre Mutter standhaft, eine Vermisstenanzeige aufzugeben. Genau wie Galinas Gatte, der zum Jähzorn neigende Geschäftsmann Semjon Gurewitz. Werden sie womöglich erpresst? Kommissar Berking von der Frankfurter Polizei hat leider keine Handhabe für offizielle Ermittlungen. Aber er hat seinen Freund, den kriminalistisch begabten Rabbi Henry Silberbaum, der sich einfach mal ganz informell in der russisch-jüdischen Gemeinde umhört. Dabei kommt er einer unglaublichen Geschichte auf die Spur ...Nachdem ich den ersten Teil zwar recht launig, aber auch nicht gerade überragend fand, dachte ich mir, dass ich der Reihe mit dem zweiten Teil noch mal eine Chance gebe ...Allerdings konnte auch dieser mich nicht richtig überzeugen.Bei dem Fall an sich ist lange gar nicht klar, ob es überhaupt einen Fall gibt. Henry ist sich zwar mal wieder sicher, dass etwas faul ist, aber sein Freund der Kommissar hat so gar keine Handhabe um irgendwie zu ermitteln, da alle in Galina Gurewitz' Umfeld abwiegeln.Natürlich lässt sich der Rabbi aber nicht so leicht davon überzeugen, dass es hier nichts zu ermitteln gibt, wobei er zumindest schnell herausfinden kann, dass Galinas Mutter eher Angst zu haben scheint und wohl auch deswegen nicht reden will.Dann tritt das ganze Geschehen aber erst mal auf der Stelle.Der Ton ist erneut sehr locker-leicht, teilweise fast schon flapsig und die mittlerweile tiefe Freundschaft zwischen dem Rabbi und dem Kommissar bietet auch so einige nette Momente - auch wenn ich mich gefragt habe, wann und wie diese Freundschaft sich so vertiefen konnte. Da werden wir halt einfach vor vollendete Tatsachen gestellt, was ein klein wenig schade ist.Trotz der tollen Freundschaft zwischen den beiden titelgebenden Figuren, hat Robert Berking erneut aber relativ wenig zu tun und kriegt nur wenige Auftritte und es bleibt halt einfach im Grunde die Henry-Silberbaum-Show.Die Spannung bleibt dabei auch meist eher auf der Strecke, zwar gibt es ab und an mal kleinere Spannungsspitzen, aber im Grunde bleibt alles meist ziemlich unaufgeregt und die Auflösung bietet dann zudem wenig Überraschendes und vor allem kaum Konsequenzen.Insgesamt also eher mittelmäßig.Fazit: Es gibt im Grunde gar keinen richtigen Fall bzw. einen komplett anderen als zuerst vermutet. Trotzdem bleibt die Spannung meist eher mäßig und auch der Kommissar hat erneut eine viel zu kleine Rolle. Immerhin ist die Freundschaft zwischen ihm und dem Rabbi mittlerweile recht nett mitzuerleben und der Ton ist so locker-leicht, dass das Buch zumindest eine nette Unterhaltung für Zwischendurch bietet.