Spoilerfreie Meinung ¿Es gibt viele Handlungsstränge und nur einen, der mir wirklich am Lesen gehalten hat. Der Spice war mir persönlich zu viel und hat viele Handlungen überschattet. Während ich Paola im ersten Band mehr greifen konnte, verlor sie viel Empathie und Sympathie in diesem zweiten Band. Charles hingegen wurde für mich nachvollziehbarer. Wer, genauso wie ich, unbedingt wissen möchte, wie die Krimigeschichte ausgeht, wird aber hinsichtlich dessen definitiv nicht enttäuscht. Achtung, ab hier folgen Spoiler für Band 1 & 2¿Setting ¿¿,5Das Hotelsetting verlor für mich mehr an Wert. Es drehte sich vorallem um die Dynamiken zwischen den Personen sowie die begonnen Handlungsstränge in Band 1. Auch das Weihnachtssetting und die Silvesterfeier war für mich getrübt, durch sehr viel Spice sowie der Handlung. Für mich war das Hotelsetting nur in vereinzelten Situationen zu spüren, meist mit Paolas Freunden.Charaktere ¿¿¿PaolaPaola konnte ich in diesem Band immer weniger verstehen. Ihre Zerissenheit zwischen den Brüdern konnte ich zwar nachvollziehen, ihr Verhalten hingegen nicht. Ich hatte das Gefühl, dass sie überhaupt nicht reflektiert, was das für Konsequenzen hat. In einer Szene schläft sie mit Edward und ist dann total aufgebracht, als Charles sie dabei erwischt. Das hält sie aber nicht davon ab, ihn nochmal zu treffen. In Bezug auf die beiden gibt sie sich nur ihrem Verlangen hin. Bis zu dem Zeitpunkt, als sie sich endlich für Charles entscheidet. Für mich hat es sich schon früh so angefühlt, als würde sie mehr auf ihn stehen. Aber manchmal braucht man selbst mehr Zeit für eine Erkenntnis. In der Mitte des Buches zeigt auch Paola Gewaltverhalten, das sie vorher noch nicht zeigte. Einmal hält sie Emma einfach fest, weil sie unbedingt eine Antwort möchte. Am Ende bewirft sie sie. Das hatte ich von Paola nicht erwartet und mich gefragt, ob sie sich das Verhalten bei den Brüdern abgeschaut hat.CharlesCharles wurde mir in diesem Band sympathischer. Er setzt sich wirklich sehr für seine Mitmenschen ein. Seine Liebe zu Edward und seine Aktionen für Paola (z.B. mehrmals zu ihr nachhause zu fliegen) waren wirklich sehr süß. Aber es gab leider auch so manches, mit dem er seine Sympathiepunkte bei mir verlor. Er stellt sie zu Beginn vor der ganzen Presse bloß. Und dabei ist egal, ob sie in dem Moment Freundin oder Schwester ist. Es ist einfach nicht empathisch. Er entschuldigt sich später. Das zeigt, dass er zumindest die Wahrnehmung dafür hat. In einer Situation geht es ihm nach einem Gespräch mit Edward nicht gut. Für sich beschließt er, dass er Ablenkung braucht und geht dann verschiedene Frauen durch, die sich "eignen". Als wäre das der bloße Sinn von den Frauen, aber solange alles mit Konsens passiert, ist das kein Problem. Auch seine Arroganz anzunehmen, dass sie mitkommt, ist für ihn eine Selbstverständlichkeit, für mich sehr unsympathisch. Als er in seiner Kontrollsituation, mit ihr sexuell werden möchte, wird sie nicht wirklich gefragt, ob sie das möchte. Charles nimmt es einfach an. Außerdem hat er für mich in der Geschichte um April wenig Verantwortungsübernahme gegenüber Paola gezeigt, in anderen sich aber total die Schuld gegeben. Er erzählt ihr, dass er mit April, vor dem Verschwinden, geschlafen hat. April ist Edward damit fremdgegangen. Charles hat Edward damit hintergangen. Aber er sagt, dass April sie an ihn rangemacht hätte und er irgendwann darauf eingegangen ist. Das klingt so nach: Die Frau, die jeden verführt hat. Und der Mann, der als willenloses Wesen irgendwann darauf reagiert hätte. Nicht der Mann, der bewusst seinen Bruder verletzt hat. Dadurch, dass April ihre Perspektive nicht erzählen kann, ist es durchaus möglich und sehr wahrscheinlich, dass sie ihn verführt hat. Aber das kann nur koexistieren mit Charles Verrat an seinem Bruder.Zuletzt noch zur Hochzeit mit Sofia: Charles hätte sie geheiratet, hätte Sofia nicht die Verlobung gelöst. Das macht ihn zum einen zum Märtyrer, weil er trotz seiner Verliebtheit Sofia beschützen möchte. Das ist auch wirklich nett. Bei mir kam die Frage dann auf: Ist Sofia für ihn so viel wichtiger als Paola? Hätte es keine andere Möglichkeit gegeben, sie nicht zu heiraten, und zu beschützen? Zum Glück hat Sofia diese Entscheidung für ihn übernommen, aber sein Entschluss zur Hochzeit konnte ich nicht ganz nachvollziehen. EdwardMit Edward erging es mir zunächst ähnlich. Die Last mit seinem Vater war wirklich hart, mitanzusehen. Seine Trauer und Wut konnte ich dadurch verstehen und wollte ihn einfach mal umarmen. Aber als er zu Beginn des Buches mit Paola abhaut, setzt er sie einfach auf LSD, während es ihr schlecht geht. Wahrscheinlich kennt er es als einzigen Ausweg. Verantwortungsvoll ist das auf jeden Fall nicht. Ich hätte mir einfach gewünscht, dass er sich da ein bisschen mehr für Paola einsetzt. Dann das Video von den beiden. Edward denkt erstmal nur an sich und an die Konsequenzen für ihn. Erst als er das für sich geklärt hat, gehen seine Gedanken zu Paola über. Auch in anderen Situationen mit Paola, in denen es vielleicht sinnvoll gewesen wäre, dass die beiden zunächst miteinander sprechen, gibt er ihr kaum die Möglichkeit dazu. Während Charles es aktiv anspricht, müsste bei Edward Paola diejenige für Kommunikation sein. Auch seine Gedanken in Bezug auf April ("Wie ein Besitz, den ich nicht bereit war, anderen zu überlassen") und Verhaltensweisen in der Beziehung, die von anderen berichtet wurden ("Er hat ihr Handy an seines gekoppelt, um ihre Nachrichten lesen zu können") würde ich schon als toxisch beschreiben. In einem Wutanfall gegenüber Charles schmeißt er einfach mit einem Glas um sich. Irgendwie war ich in Bezug dessen, bei ihm schon abgehärtet und nicht überrascht. Teilweise wahrt er auch sein äußeres Bild sehr. Als Blair ihn damit konfrontiert, Frauen gegenüber nicht gerade nett zu sein, zieht er es ins Lächerliche, obwohl er ihr in Gedanken recht gibt. LeopoldAuch wenn er in diesem Teil eine wesentlich kleinere Rolle spielt, war ich so froh, dass Leopold kein Mörder ist. Im ersten Band fand ich, dass er mit seinen Mitmenschen empathisch umgeht und mochte ihn wirklich sehr. So erging es mir auch in diesem Buch. Er möchte Paola schützen, indem er ihr von Edwards Verhalten gegenüber April erzählt. Als Laxton (?) mit Isabella fremdgeht und Emma wütend auf sie ist, sagt Leopold: "Sei sauer auf ihn. Nicht auf sie." Auch wenn ich mir gerade nicht mehr ganz sicher mit den Namen bin, finde ich Leopold einfach so toll. Danach sagt er zu Paola, dass er sauer auf sie ist, aber erkennt an, dass sein Vater sie erpresst hat. Er entschuldigt sich für seinen Vater und bietet ihr dann an, für sie da zu sein. Mein Herz. Ich bin immer noch Team Leopold. Auch wenn er den DNA-Test veröffentlicht hat. Selbst wenn er gute Gedanken dabei hatte, das ist überhaupt nicht in Ordnung. Wie kommt er darauf, dass die einzige Konsequenz ist, dass sie sich fernhält von den Brüdern? Später entschuldigt er sich. Das macht es nicht okay, aber besser. April und ihr MörderAn einigen Stellen hätte ich mir eine Einordnung von April gewünscht. Das ist natürlich nicht möglich, aber vielleicht eine Freundin von ihr oder ihre Eltern? Es wird so viel über sie erzählt, dass ich meine, sie zu kennen. Aber wissen, was wirklich wahr ist, kann ich nicht. Als die Enthüllung des Mörders kam, war ich schon sehr überrascht. Sehr. Dadurch, dass davor wenig über sein Verhältnis zu April gesprochen wurde, konnte ich seine Wut nur zum Teil verstehen. Aber das ist vielleicht auch der Sinn. Denn Mord ist nicht nachvollziehbar. Handlung ¿¿¿Es gibt sehr viele Handlungsstränge. Zum einen, das Love Triangle, was kein Plot war, den ich gerne verfolgt habe. Dann die Geschichte rund um April, bei der die Spannung so gut aufrechterhalten wurde, dass ich immer weiterlesen wollte. Band 2 habe ich nur deshalb gelesen. Außerdem gibt es noch die Geschichte rund um Gabriel, die Mafia und Paolas Vater. In diesem Buch verlief das mehr im Hintergrund. Trotzdem konnte ich mit Gabriel gut mitfühlen, auch wenn ich mir manchmal seine Perspektive gewünscht hätte. Dass Paola die Familie ihres (wahrscheinlich) ermordeten Vater kennengelernt hat, wurde für mich zu schnell abgehandelt. Sie lernt sie kennen, aber danach habe ich nichts mehr von ihnen gehört. Halten sie Kontakt? Als vierter Handlungsstrang gibt es die Schwester-Brüder Thematik. Dabei war ich froh, dass das relativ schnell aufgelöst wurde. Damit bewegen sie sich auf sehr dünnem Eis. Es wäre auch seltsam gewesen, wenn sie sich plötzlich nicht mehr attraktiv finden würden. Dann gibt es den Verrat von Blair, der wahrscheinlich im nächsten Band noch mehr thematisiert wird. Genauso wie Sofia, von der ich einige Perspektiven lesen konnte. Ich würde mir sehr wünschen, dass man noch tiefer in ihre Gefühlswelt, rund um Lisbeth und ihren Vater, eintaucht.Im Gesamten wurden für mich alle Handlungsstränge durch die übermäßige Menge an Spice von der Fläche verdrängt. Bis auf das Crossover der ISkate mit dem Blackwell Palace. Ich habe mich so sehr gefreut, Oscar, Gwen und Paisley für ein paar Zeilen wieder zu sehen. Das war wirklich sehr schön. Schreibstil-Gefühl ¿¿¿Wie oben schon beschrieben, die Spannung wird wirklich gut aufrechterhalten. Trotz einiger Längen wollte ich unbedingt erfahren, wie es weitergeht.Außerdem liebe ich die Literaturanspielungen wie in Band 1 immer noch sehr. Auch dass das später eine Art Geheimsprache zwischen Charles & Paola wird, war sehr süß und ein tolles Zeichen von Verbundenheit.Unterhaltung ¿¿,5Für mich hat es sich schon sehr gezogen. Es gab auch Momente, da wollte ich das Buch einfach nur abbrechen. Ich bin sehr froh, dass mein Lieblingsteil der Geschichte hier aufgeklärt wurde und ich hiermit die Reihe erstmal beenden kann. Band 3 spricht mich mit der Datingshow sehr an, aber wenn es die gleiche Menge an Spice ist, ist es einfach kein Buch für mich. Vielleicht werde ich irgendwann trotzdem weiterlesen, aber erstmal nicht.