Irgendwie habe ich was ganz anderes erwartet ¿ Es ist aber trotzdem kein schlechtes Buch, auch wenn es mich mit eher gemischten Gefühlen zurück lässt.Die Idee dahinter ist toll, keine Lügen mehr, nur noch die absolute Wahrheit, aber auch keine echten Emotionen. Durch ein Medikament gesteuert, mit einer KI überwacht.Der Anfang zieht sich etwas, weil einfach nichts aufregendes passiert. Wir erfahren zwar wie es in dieser Welt abläuft, dennoch hätte ich mir deutlich mehr hintergrundwissen gewünscht. Zum Beispiel was es mit diesem Virus auf sich hat. Was genau waren die Symptome? Wo kam es her? Was ist wirklich in dem darauf folgenden Krieg alles passiert? Wie sieht die Welt außerhalb der "Zonen" aus? Sind sie die einzigen Überlebenden Menschen? Wieviele sind sie überhaupt noch? Was geht in Zone 8 vor sich? Was in Zone 7? Warum wird man nach Zone 7 verbannt wenn man mit 21 noch nicht verheiratet ist? usw. Es bleiben also jede Menge Fragen ungeklärt und ich befürchte fast, dass diese auch im nächsten Band nicht aufgeklärt werden.Ab der Hälfte nimmt zumindest das Geschehen an fahrt auf und zum Ende hin wird es sogar richtig spannend. Der Schreibstil ist von Anfang an sehr leicht und flüssig. Mich hat die oft kritisierte inklusive Sprache tatsächlich überhaupt nicht gestört. Die Charaktere sind eigentlich ganz gut ausgearbeitet und Authentisch. Allerdings frage ich mich wo diese plötzliche Liebe zwischen Mae und Grayson herkommt, da sie einfach aus dem Nichts heraus da ist. Es ist natürlich von Anfang an klar wer der Love interest ist, aber ein bisschen tension wäre schon ganz nett gewesen. Insgesamt eine ganz nette Dystopie, mit einer guten Grundidee, aber ausbaufähig im Worldbuilding und bei der Chemie die zwischen den beiden Protagonisten herrscht. 3,5 Sterne, die ich so grad eben aufgerundet habe