So langsam habe ich das Gefühl, dass sich die Reihe im Kreis dreht.
Agatha Raisin ist mal wieder verliebt. Dieses Mal gilt ihre Obsession dem Gärtner George Marston. Wie die meisten anderen Frauen im Dorf ist auch Agatha nun voll im Gartenfieber. Sie brezelt sich wieder enorm auf und nimmt sich sogar eine Auszeit aus ihrer Detektei, in der Hoffnung, George erobern zu können. Ihre Entschlossenheit kennt mal wieder keine Grenzen und so lässt sie sich einspannen, einen Wohltätigkeitsball auf die Beine zu stellen. Endlich scheint sie Erfolg zu haben, denn George möchte mit ihr tanzen. Als es ein paar Tage später jedoch so weit ist, wartet Agatha vergeblich. Um ihn zur Rede zu stellen, macht sie sich in voller Abendgarderobe auf den Weg zu ihm - nur um seine Leiche auf dem Misthaufen zu finden. Wie sich herausstellt wurde er besonders scheußlich getötet. Agatha muss den Giftschlangen-Mörder finden. Ich muss gestehen, dass ich einzelne Bücher der Reihe übersprungen habe. Nichtsdestotrotz fallen mir sehr klare Muster auf, die sich durch so ziemlich jeden Band ziehen: - Agathas Obsession und ihre krampfhaften Versuche gesehen zu werden - Charles, der sich mal wieder verlobt und dennoch irgendwie nicht von Agatha loskommt - Agathas Ex-Mann James, der mal wieder von einer Lesereise zurückkehrt und für sein nächstes Projekt wieder verreist. Bei der Auflösung des Falls gibt es dann leider auch ein paar Bezüge zu anderen Teilen der Reihe. Beim Lesen hat mich das ab und an schon ziemlich gestört, auch wenn die Dynamiken natürlich für humorvolle Gespräche sorgen, die diese Reihe mit ausmachen. Als dann aber beispielsweise plötzlich ein Polizist aus dem Hut gezaubert wird, mit dem Agatha mal verlobt gewesen sein soll, stellen sich mir sehr viele Fragen. Kam das wirklich in einem anderen Band vor? Und wie soll das zeitlich bitte gepasst haben? Ich habe wirklich lange hin und her überlegt und es ergibt keinen Sinn. Genauso wenig wie die Figur überhaupt einzubauen, denn für die Handlung war der Auftritt absolut unbedeutend. Abgesehen davon wurde sich leider auch wegen der Figuren mal vertan - mitten in einer Szene wird Charles mit Simon verwechselt (S.208). Schade. Der Schreibstil hingegen ist sehr angenehm und ich konnte mich wie auch bei den anderen Bänden der Reihe, sehr gut in die Geschichte hineinversetzen. Die Charaktere machen die Krimis rund um Agatha zu kleinen Auszeiten und es macht Spaß, ihre Interaktionen vorm geistigen Auge ablaufen zu lassen. Immer wieder musste ich über den Wortwitz schmunzeln oder konnte mich an den Cotswolds-Beschreibungen erfreuen. Wie nicht anders zu erwarten, handelt es sich um einen seichten Wohlfühl-Krimi, den man schnell und entspannt lesen kann. Für mich war es ein schönes Leseerlebnis mit einigen Schwächen.