Fantasievoll und detailreich erzählt.
Der Großtempel braucht Hilfe in einer dringenden Angelegenheit und entsendet drei grundverschiedene Wesen, um den Auftrag zu erfüllen.Kaygon, ein Mensch der außergewöhnliche Kenntnisse hat, Tinahan, ein Lekon - also ein menschenähnliches Wesen, das Federn und einen Hahnenkopf hat - und Bihyung, ein Dokebi - äußerlich ein dämonenähnliches Geschöpf, das Feuer magisch beeinflussen kann.Gemeinsam sollen sie Ryun, einen Naga, retten und zum Großtempel bringen.Jedoch bringt diese Reise unerwartete Probleme und Gefahren mit sich. So müssen sie den Naga, ein echsenähnliches Wesen, das sich normalerweise per Gedankenübertragung verständigt, nicht nur vor Verfolgern, sondern auch vor Kälte und manchmal auch vor sich selbst schützen.Mein EindruckDas Blut der Herzlosen, Teil 1 der Legende vom Tränenvogel, ist eine sehr fantasie- und detailreich erzählte Geschichte, die zwar auch von westlicher High Fantasy inspiriert ist, die aber zum Teil deswegen so unverbraucht wirkt, weil es eindeutige Einflüsse koreanischer Mythen und Ähnlichem gibt.Die Gefährten, die sich hier auf eine denkwürdige Reise begeben, sind nicht nur vollkommen unterschiedlich, was ihre Fähigkeiten angeht, sondern auch was ihre Schwächen betrifft. So kann der Dokebi zum Beispiel kein Blut sehen, was ziemlich problematisch ist, wenn man auf seiner Reise gegen verrückte Menschen und kuriose Kreaturen kämpfen muss. Der Lekon hat unglaubliche Angst vor Wasser, was Reisemöglichkeiten stark einschränkt und eigentlich so gar nicht zu einem Wesen passt, das überall für sein stark ausgeprägtes Selbstvertrauen und seine Kampfkraft berühmt ist.So ergeben sich allein schon aus dem Zusammenspiel der Hauptfiguren teils absurde, aber gleichzeitig sehr unterhaltsame Situationen.Neben der Reise an sich werden auch die Hintergründe des Ganzen beleuchtet. Vor allem auf das Leben in der Naga-Stadt, aus der Ryun geflohen ist, wird hier näher eingegangen. Diese rigoros matriarchalische Gesellschaft, deren Mitglieder sich normalerweise von Menschen und dergleichen so weit fernhalten wie möglich, hat mit einigen politischen Machtspielchen und Intrigen zu kämpfen.FazitDas Blut der Herzlosen ist ein fantasievoller Roman mit viel Tiefe und starken Charakteren. Zum Lesen muss man sich hier aber schon Zeit nehmen. Doch wer sich auf diese Geschichte einlässt, wird ein beeindruckendes Abenteuer miterleben.