Spoilerfreie Meinung¿Nach Mile High (mit 3 Sternen bewertet) war ich mir unsicher, ob ich weiterlesen möchte. Aber ich bin froh, dass ich es getan habe. Die beiden Protagonisten wurden mir trotz anfänglicher Skepsis sehr sympathisch. Außerdem werden einige wichtige Themen behandelt. Ich konnte gut nachempfinden, wie Handlung und Charaktere sich stetig entwickelten. Im Mittelteil wurde das für mich durch viele Spice-Szenen getrübt. Aber das Ende stellt für mich einen guten, harmonischen Handlungsabschluss dar. Wenn die Reihe so weitergeht, habe ich noch einige tolle Bücher vor mir.Achtung, ab hier folgen Spoiler¿Setting¿¿¿,5Der größte Teil des Buches spielt sin ihrer Wohnung oder im Stadion ab. Die Wohnung konnte ich mir später gut vorstellen. Andere Settings wurden weniger beschrieben. Allgemein blieben diese im Hintergrund.Charaktere¿¿¿¿IndyZu Beginn habe ich sie nicht ganz verstanden. Sie wollte auf keinen Fall bei Ryan einziehen, tat es dann aber doch. Am ersten Abend beginnt sie Ryan schon, zu necken. Einige Kommentare waren schon patzig, bzw. zu direkt, dafür, dass es die erste Nacht war. Dann wirft sie aber einfach einen Schuh gegen seine Tür, der eine Schramme hinterlässt. Außerdem zieht sie mit Sukkulenten und einem Laubbaum ein. Ohne Absprache stellt sie diese Dinge ins Wohnzimmer. Auf der anderen Seite: Wo soll sie hin damit? Aber sie sortiertauch einfach sein ganzes Bücherregal um. Das hätte sie meiner Meinung nach wirklich nicht machen müssen. Da findet Ryan erstmal nichts mehr.Indy hat aber eine sehr tolle Art, was sie dennoch sympathisch macht. Für mich fühlte sich das hier besonders gut an: "Schon mal den Satz : Sie ist nicht wie die anderen Mädchen gehört?" Er nickt knapp. "Tja, ich bin genau wie alle anderen. Ich habe kein Problem mit Klischees.[...]"Ihre Romance-Bücher Liebe sorgte für lustige Momente, wie z.B. dass mit dem Bruder ihrer besten Freundin zusammenlebe klinge, wie ein Plot direkt aus einem ihrer Lieblingsromane. Und sie gibt zu, dass sie in ihren Bücher eine Schwäche für Arschlöcher hat. Davon merkt man in ihrem realen Leben nichts.Ihre Vergangenheit war sehr nahhbar beschrieben. Die Wut auf Alex konnte ich so gut nachvollziehen, genau wie ihre Gefühle rund um ihre Fruchtbarkeit. Es ist so schön zu sehen, wie mehr auf sich selbst achtet und sich nicht von ihren vermeintlichen Freundinnen unterkriegen lässt. Außerdem ist sie genauso aufmerksam gegenüber Ryan, wie er es für sie ist. RyanIch war ihm anfangs tatsächlich skeptisch eingestellt, da ich einen Protagonisten wie Zanders aus Mile High erwartet habe. Was er aber überhaupt nicht ist.Am ersten gemeinsamen Morgen schreit er sie aufgrund ihrer Umstrukturierungen an. Daraufhin bietet Indy an ihm ein Frühstück zu machen, wozu Ryan sagt:" Ich habe dich geweckt, indem ich dich angeschrien habe. Ich kann mir wirklich selbst Frühstück machen." Er ist einsichtig und reflektiert sich so schnell. Ähnlich ist es auch, als er nachhause kommt, aber Indy auf einem Date ist. Er ist enttäuscht und emotional, aber weiß gleichzeitig, dass sie ihm keine Rechenschaft schuldig ist. Sie ist erst nur ihr Mitbewohner.Mitverliebt in Ryan habe ich mich, als er ihr zu ihrem Make-Up ein Kompliment gab. Indy meint, dass sei eine seltsame Bemerkung, weil Männer eher etwas zu der Natürlichkeit / ohne Make-Up sagen würden. Er fragt sie, ob sie viel Zeit dafür aufgewendet hat. Als sie das bejaht, meint er: "Siehst du. Und ich finde eben, du sollst ruhig hören, dass du gute Arbeit geleistet hast." Er wertschätzt Indy so sehr, dass es wirklich Spaß macht, von ihm zu lesen. Genauso wie wenig später, als Indy ihm direkt sagt, dass sie für ihn keine Schuhe mit wenig Absatz anzieht. Und er einfach sagt, dass es ihm nicht ausmacht. Es sollte immer so sein, aber manchmal spielen Ego-Probleme ja durchaus eine größere Rolle. Bei Ryan definitiv nicht.Ryan kauft außerdem nur noch vegetarische Ersatzprodukte und kein Fleisch mehr ein. Indy findet das süß. Er denkt sich dazu: "Sie findet es offenbar romantisch, dass ich verdammten Fleischersatz kaufe." Oh Ryan. Du weißt gar nicht, wie romantisch das ist. Als er dann zum Camping ihr auch extra noch was einpackt um mitbringt, war es um mich geschehen. Er denkt mit, aber macht das aber ohne, dass sie alles einkaufen muss. Genauso wie der Fakt, dass er klarstellt, dass sie nicht seine Mutter ist. Indy bietet ihm an, als Gegenleistung für ihn zu kochen und seine Wäsche zu machen. Für mich ist es attraktiv, einfach nur, weil er sich dessen bewusst ist und das Angebot nicht eingeht. Er ist aber in so viel mehr Dingen einfach aufmerksam, wie z.B. dass er ihr jeden Morgen einen Eiskaffee macht; versteht, dass sie Verarbeitungszeit nach dem Gespräch mit Alex brauchtAnfangs macht er sich um Indy schon sehr viele sexuelle Gedanken. Er greift immer wieder auf, dass er sich damit unwohl fühlt, aber sie attraktiv findet. Das hat es für mich verständlicher gemacht, sodass es sich nicht anfühlte, als würde er jede Frau sexualisieren. Nach seinem ersten Spiel nach der Verletzung geht Indy früher. Ryan fragt darauf seine Schwester ziemlich energisch:" Wo zum Teufel könnte so wichtig sein, dass sie gehen musste, sobald mein Spiel zu Ende war?" Ich kann total verstehen, dass er sich das anders gewünscht hat. Aber sie hat vorher auch ziemlich deutlich gesagt, dass sie Zeit braucht. Es hätte ja durchaus so sein können, dass sie noch keine Lust auf ein Gespräch hatte. Beim Hauskauf am Ende bin ich zwiegespalten: Es ist süß, dass er ihr so zeigt, dass er sich eine gemeinsame Zukunft vorstellen kann. Aber er hat einfach ein Haus in ihrem Namen gekauft. Das kann schon Druck erzeugen, gerade auch, weil sie kein Mitbestimmungsrecht hatte. Es hat ihr ja zum Glück sehr gut gefallen, aber was wäre, wenn nicht? Vielleicht wäre es einfach wieder verkauft worden, vielleicht wäre Ryan alleine eingezogen. ZandersZanders wurde mir in diesem Teil leider nicht sympathischer. Als ein Barkeeper anfängt, mit Stevie zu flirten, ist er sofort zur Stelle, "als wolle er ihm mitteilen, dass er gleich tot über dem Tresen hängt." Der Barkeeper konnte nicht wissen, dass Stevie in einer Beziehung ist. Außerdem kann Stevie das ihm selber mitteilen, auch wenn Zanders meint, dass er sie nie irgendwo allein lassen kann. Für mich fühlt sich Zanders teilweise sehr gewaltbereit an, wenn auch nur verbal.Auch, dass Zanders ihren Vater vor dem Heiratsantrag fragt, empfinde ich als altmodisch. Ich verstehe, dass das in einigen Familien eine Tradition und liebevolle Geste ist. Aber es baut leider auf alten Mustern auf, dass nur ein Mann für eine Frau entscheiden kann. Denn die Frau war früher nun mal Eigentum des männlichen Partners oder des Vaters. Und ja, leider möchte auch Ryan explizit Indys Vater mitteilen, wie sehr er sie liebt. Warum nicht ihrer Mutter? Und warum überhaupt?RioIch freue mich so sehr auf seinen Band. In diesem Buch wurde er mir sehr sympathisch. Er tanzt, kann offen über alles reden und hat immer ein Ohr für seine Freunde. Auch Rios Liebe zu Ryan wirkt einfach sehr süß, da nicht jeder Mann seine Fanliebe so wie er zugeben würde. Außerdem schmeißt er für Indy alle seine Teamkollegen raus, um für sie da zu sein. Auch als sein Idol Ryan immer wieder kommt, achtet er auf Indys Grenzen und ihre Ansagen.Handlung¿¿¿,5In der Mitte des Buches war es mir leider viel zu viel Spice, teilweise mit unangebrachten Phrasen wie "ihre Enge" oder der Bedingung, dass Indy nicht auszieht. Über einige Szenen habe ich hinweg gelesen, denn es gab sehr wenig Handlungsfortschritt. Deshalb habe ich mich über das Ende gefreut, da doch noch Handlung geschah. Trotzdem sind die beiden als Paar absolut süß. Ich konnte die Stimmung oft sehr gut mitfühlen, wie z.B. bei den ersten Annäherungsversuchen auf dem Campingplatz.Den Epilog fand ich erst aufgrund der Kindernamen ein bisschen verwirrend. Auch die Timeline habe ich nicht so ganz verstanden. Gegen Ende wurde es klarer. Für mich war es auf jeden Fall ein sehr süßes Ende, was mich mit Indy und Ryan mitfreuen ließ.Total toll fand ich, dass das Thema von Fruchtbarkeitsproblemen, Pflegekindern und der Gebärdensprache aufgefasst wurden. An einigen Stellen hätte man es weiterausbauen können, aber die Repräsentativität bleibt. Schreibstil-Gefühl¿¿¿,5Es war sehr flüssig zu lesen. Teilweise hat mir eine Erklärung gefehlt, wie z.B. die zeitliche Einordnung im Epilog, die aber später nachgeliefert wurde. Ich konnte gut mitfühlen, wenn auch manchmal aus etwas Distanz.Unterhaltung¿¿¿¿Ryan Shay und Indy sind ein Traumpaar. Es hat soviel Spaß gemacht, von beiden zu lesen. Direkt nach dem Lesen hätte ich es schlechter bewertet, als gerade, mit einem Tag Abstand. Denn die Stimmung und Charaktere hängen wirklich nach, auch wenn die Handlung im Mittelteil für mich mit zu viel Spice dominierte. Dieser Band hat mich aber davon überzeugt, in dieser Reihe weiterlesen zu wollen. Ich habe jetzt erstmal Lust auf einen Eiskaffee.