Unterhaltsam
Mit Nick Bell hatte ich anfangs tatsächlich meine Schwierigkeiten. Seine Gedankengänge springen ständig hin und her, er redet oft schneller, als er denkt, und seine Pläne werden von Kapitel zu Kapitel absurder. Nach den ersten Seiten war ich deshalb noch nicht sicher, ob wir Freunde werden.Irgendwann hat mich dieses Chaos aber komplett für sich eingenommen. Nick ist zwar naiv, impulsiv und bringt sich regelmäßig selbst in Schwierigkeiten, gleichzeitig hat er aber ein großes Herz. Gerade die Dynamik zwischen Nick, Seth, Jazz und Gibby hat mir richtig gut gefallen. Die Freundschaften wirken lebendig, die Dialoge sind oft herrlich schräg und viele Szenen haben mich zum Grinsen gebracht.Besonders mochte ich, dass hinter der lockeren Superheldengeschichte auch ernstere Themen stecken. Freundschaft, Familie, Verlust, erste Liebe und die Frage, wie man seinen Platz im Leben findet, bekommen genügend Raum, ohne dass das Buch seinen Humor verliert.Die eigentliche Handlung rund um die Außergewöhnlichen konnte mich dagegen nicht oft überraschen. Einige Entwicklungen waren recht früh erkennbar und der Einstieg zog sich für meinen Geschmack etwas. Trotzdem wollte ich immer weiterlesen, weil mir die Figuren zunehmend ans Herz gewachsen sind.Für mich lebt dieses Buch weniger von seinen Wendungen als von seinen Charakteren. Nick ist anstrengend, chaotisch und manchmal herrlich peinlich, aber macht ihn so authentisch. Zusammen mit dem Humor, den liebenswerten Freundschaften und den emotionalen Momenten ergibt das eine Geschichte, die mich trotz kleiner Schwächen sehr gut unterhalten hat.