Interessante Idee
"Wir brachten Feuer, Tod und Ketten nach Anjin. Wir nahmen uns, was wir für nützlich hielten, und erschlugen alle, die Widerstand leisteten. Das war unser Verhängnis. Hätten wir sie in Ruhe gelassen, dann wäre es nicht zu dem gekommen, was sich danach ereignete."Daniel James Abraham und Ty Corey Franck liefern uns als Autorenduo unter dem Namen James Corey mit "Die Gnade der Götter" einen irgendwie sehr faszinierenden Science Fiction Auftakt ihrer "The Captive's War"-Dilogie - wobei ich nun schon gehört habe, dass es noch einen dritten Band geben soll. Wenn ihr da Genaueres wisst, gebt mir gerne Bescheid. Übersetzt aus dem Amerikanischen von Jürgen Langowski."Wir haben nicht die Logik des Universums erschaffen, aber wir verleihen ihr einen Ausdruck, genau wie jene, die wir unserem Willen unterworfen haben. Gut und Böse sind Konstrukte, die geringere Wesen benutzen, um in Bereichen, wo es an Disziplin und Intelligenz mangelt, Unterscheidungsmöglichkeiten zu schaffen."Wir befinden uns in einer weit entfernten Zukunft, in der unsere Heimat, die Erde, nur noch ein Mythos ist. Die Menschheit hat fremde Galaxien erobert und sich auf dem Planten Anjin niedergelassen. Doch wie das damals vonstatten ging, weiß niemand mehr. Dafyd Alkhor gehört als Assistent dem Wissenschaftsteam rund um Tonner Freis an. Tonner ist ein brillanter Wissenschaftler, auf dem viele und große Erwartungen ruhen. Doch natürlich gibt es auch unter Wissenschaftlern jede Menge Intrigen - denn nur wer Forschungsgelder erhält, kann sich letztendlich intensiv mit seinen Forschungen beschäftigen und erhält die gewünschte Aufmerksamkeit. Doch noch während sich die Wissenschaftler in ihren Intrigen verfangen, tauchen die Raumschiffe der Carryx auf, einem Alienvolk, dass sich sehr intensiv mit der menschlichen Bevölkerung beschäftigt hat. Um ihre Absichten und ihre Macht zu verdeutlichen, wird die Bevölkerung Anjins innerhalb eines winzigen Flügelschlags um einen Bruchteil reduziert. Lediglich die klügsten und einflussreichsten Wissenschaftler und Politiker werden gefangen genommen und auf den Heimatplaneten der Carryx verschleppt. Dort soll Dafyd mit Toners Team dafür Sorge tragen, dass die Carryx ihren Eroberungsfeldzug in der Galaxie fortsetzen können. Denn das Überleben der Aliens hängt von den Wissenschaftlern ab. Aber nicht nur das - um die Menschen zu retten, müssen Dafyd und seine Kollegen erfolgreich sein." 'Warum ich?' ist keine Frage, auf die das Universum jemals eine Antwort gibt."Ich hatte hohe Erwartungen an das Buch, die jedoch nicht erfüllt wurden. Das heißt nun nicht, dass das Buch schlecht war - auf keinen Fall -, aber es hatte aus meiner persönlichen Sicht seine Schwächen.Doch erst einmal zu den Dingen, die mir gut gefallen haben: Ganz oben auf meiner Liste steht da der Schwarm. Das war so ein bisschen die Stimme aus dem Off, die mir Einblicke auf seine Sicht des Ganzen gibt und auch einige Andeutungen macht, die wahrscheinlich auf noch Kommendes hinweist - da bin ich definitiv gespannt. Und so interessant und aufregend es auch ist, dass der Schwarm wie eine Wesenheit denkt und agiert, finde ich es doch auch arg gruselig. Außerdem fand ich die Idee interessant, dass die Menschen hier wie Tiere eingepfercht und behandelt werden, und zwar vor allem aus dem Aspekt heraus, dass die Geschichte uns quasi einen Spiegel vorhält.Weniger gefallen hat mir hier, dass die Menschen durchweg sehr blass sind. Mit Ausnahme von Davyd hatte ich für keine der Figuren ein Gespür. Sie blieben für mich durchweg einfach uninteressant. Vielleicht lag es auch daran, dass Dafyd eigentlich die einzige Person ist, die sich die ganze Zeit fragt, was die Carryx eigentlich bezwecken. Er ist stets am hinterfragen und grübeln. Auch waren die Abschnitte im Labor für mich teilweise etwas langatmig und nicht immer waren die wissenschaftlichen Ausführungen für mich interessant. Irgendwie fehlte mir in diesen Abschnitten etwas Salz."Das Universum ist vom kleinsten bis zum größten Ding ständig Veränderungen unterworfen. Sich an den Zustand des Seins zu klammern und ihm gegenüber anderen den Vorzug zu geben, ist närrisch, vergebens und verhängnisvoll."Fazit: Zwar wurden meine Erwartungen etwas enttäuscht, trotzdem ist es ein spannender Science Fiction Auftakt, der zwar seine Schwächen hat, aber auch mit interessanten Aspekten aufwartet. "Ihr verurteilt uns, obwohl wir eurem Beispiel folgen, und setzt uns den Fuß auf die Kehle. Dafür preise ich euch. Wer von uns aber besitzt die größere Integrität?"(3¿¿ von 5¿¿)¿¿ Meine Rezensionen entstehen grundsätzlich ohne Hilfe von KI und geben immer meine ganz persönliche Meinung wieder.