Und ich dachte ich habe schon alles über Jack the Ripper gelernt. Tja, falsch gedacht. Nach so vielen Jahren, erfuhr auch ich noch etwas Neues zu den Fällen. In diesem Buch verfolgen wir völlig neu Ermittler, welche mir viel Lust auf mehr gegeben haben. Vor allem mehr Recherche. Als ich das erste Mal den Titel des Buches las, wusste ich nicht das mit "Dr. Doyle" Arthur Conan Doyle gemeint war, der berühmte Schriftsteller und Erfinder von Sherlock Holmes. Und er wird begleitet von Dr. Bell, einem Chirurgen aus Edinburgh. Die Londoner Polizei bittet nicht von ungefähr um deren Mithilfe. Denn sie brauchen für die grausame Mordsersie in White Chapel neue Hinweise, schlaue Köpfe. Und wer käme da besser als der berühmte detektiv? Nur dass dieser in echt nicht existiert. Allerdings hatte Dr. Doyle beim schreiben eine Muse, für seine Darstellung des Holmes. Eben jenen Dr. Bell, seinen früheren Mentor. Eine historisch belegte Person, und unfassbar interessant. Bei meiner ersten groben Recherche fand ich heraus, dass die Londoner Polizei tatsächlich bei ihm um Hilfe nachgefragt hatte und er kurzzeitig in dem Fall ausgeholfen hat, so wie in vielen weiteren Fällen. Tatsächlich eine Figur, mit der ich gerne mal einen Earl Grey trinken würde.Und der Fall selbst? Jeder der sich schon einmal mit Serienmördern beschäftigt hat, stolpert irgendwann einmal über diese Serie. Wohl einer der historisch bekanntesten Kriminalfälle. Unfassbar brutal und grausam, aber eben auch ein völliges Versagen der Polizei. Und dies wird hier recht gut erklärt. Warum ist wann was wie schief gelaufen. Aber auch die Darstellung der Taten, der Opfer, der Handlungen und Ermittlungen wurde sehr sauber wiedergegeben. Interpretationen überließ man dem geneigten Lesenden. Ich liebs. Aber vor allem liebte ich die Darstellung von Margaret Harkness, welche die beiden Männer bei ihren Ermittlungen begleitete. Eine starke und unabhängige junge Frau, welche sich in unterschiedlichen Männerbereichen behaupten konnte. Nicht immer nach ihrem Willen, aber doch unübertroffen. So veröffentlichte sie kluge Zeitungsberichte, allerdings zuerst unter einem männlichen Pseudonym, später dann auch Romane. So viele unfassbar interessante Figuren auf engem Raum, aber keiner nimmt dem anderen Licht weg. Alle können ihre charakterliche Tiefe beeindruckend zeigen und machen somit richtig Bock auf viel mehr.