Düsteres Märchen, die Gebrüder Grimm wären begeistert
Inhalt: Serilda lebt in Märchenfeld, einem fantasielosen Ort, liebt aber selbst Geschichten. Eine ihrer Geschichten führt allerdings dazu, dass der Erlkönig sie entführt und vor die unmögliche Aufgabe stellt, Stroh zu Gold zu spinnen. Serilda gelingt es mit Hilfe eines Schlossbewohners, diese Aufgabe zu bewältigen, allerdings scheint es fast unmöglich, dem Erlkönig und seinen düsteren Machenschaften auch wieder zu entkommen.Meinung: Der Ton des Buchs wechselt häufig, auf extreme Art und Weise von sehr düster bis hin zu fröhlich oder sogar lustig. Der Schauplatz ist ein Märchenland, mit Waldwesen, einer düsteren Burg mit deren Bewohner und verschiedenen kleinen Ortschaften, die sich vor allem um sich selbst kümmern. Vor allem der Gegensatz zwischen der Burg des Erlkönigs und dem Ort Adalheid, der direkt an die Burg angrenzt, könnte nicht größer sein. Die Menschen sind offen, freundlich und wohlhabend, während in der Burg Finsternis, Angst und Tod zu finden sind.Im Laufe der Handlung werden viele Märchenmerkmale verwendet, die sich eher an den ursprünglichen, grausamen Märchen orientieren und nicht an den beschönigten Varianten.Die Handlung an sich ist stellenweise schwierig zu verfolgen. Ein echter roter Faden ist nur schwer zu finden, da die Protagonistin Serilda oft wie ein Spielball behandelt wird und sich oft von ihren Emotionen leiten lässt. Sie hat mit ihrem Erbe ein schweres Los, macht aber zunächst das Beste daraus. Sie liebt ihren Vater und ihren Job in der Schule aufrichtig und hat Bezugspersonen, die ihr ein angenehmes Leben bereiten. Allerdings ist sie nicht nur gut im Erzählen von fantastischen Geschichten, sondern auch oft und gewohnheitsmäßig lügt. Diese Lügen führen zu viel Unglück in ihrem und im Leben anderer, weswegen es stellenweise schwer ist, sich die Sympathie ihr gegenüber zu bewahren. Serilda versucht immer, das Richtige zu tun, schafft es aber oft nur, sich selbst zu beschützen.Das Ende ist aber dennoch spannend und offen gestaltet, sodass man sich durchaus dazu ermutigt fühlt, den zweiten Band zu lesen. Für Fans von fantastischen Welten und Märchen lesenswert!