Achtung, diese Rezension enthält Spoiler.Aus Freunden werden Feinde und als Briar dann ihr Gedächtnis verliert, verliert sich auch den Grund dafür, ihre Jugendliebe Oliver zu hassen.Lovers 2 Enemies. Forced Relationship. Enemies 2 Lovers - Tropes mit Potenzial.Die Grundidee dahinter, dass der Kerl mit seiner eigenen Verlobungslüge in Bedrängnis gebracht wird, sich und seine Taten hinterfragt und für Wiedergutmachung entscheidet, gefällt mir gut. Insbesondere ab dem Punkt, in welchem es dann in dieses Pieken und Necken geht. Bittersüße Rache.Ich finde aber, dass wir uns hier nicht wirklich im DarkRomance-Genre bewegen - oder wir sind in einer sehr abgeschwächten Form. Ich habe auch TwistedDreams von L.J. Shen gelesen und das hat mir bspw. gar nicht gefallen; allerdings bin ich ohnehin kein größer DR_Fan. Von daher war das von Vorteil Ich habe es als Standalone gelesen und werde wohl auch dabei bleiben. Denn die Charaktere der vorherigen Bücher, die hier auch ihre Auftritte haben, sind absolut überzogen. Dallas - bei der es sich nur ums Essen dreht. Frankie, die so dumm ist, dass sie jeden Job verliert und Farrow, die enorme Summen für absolut bescheuerte Anschaffungen ausgibt. Wir bewegen uns hier in Bereichen, dass es total unglaubwürdig wird. Briar ist glücklicherweise mit Verstand gesegnet. Sie setzt sich für Umweltschutz ein, hat eine gesunde Beziehung zum Geld und ihre Prinzipien. Sie scheint wie ein normaler Mensch, der Schlimmes erlebt hat. Insbesondere die Beziehung zu ihren Eltern finde ich gut beschrieben. Auch Oliver hat nachvollziehbare innere Narben davongetragen - wie er damit umgeht, oder vielmehr seine Freunde darauf reagieren, halte ich an einigen Stellen ebenfalls für überzogen oder unrealistisch dargestellt. Er ist von einem Tag auf den anderen der dumme Playboy und verheimlicht seine wahren Kompetenzen. Come on! Es ist zu jedem Zeitpunkt nachvollziehbar, dass er nicht auf den Kopf gefallen ist - bzw. sich einer Lobotomie, wie scherzhaft beschrieben wird - unterzogen hat. In all den Jahren soll es niemanden aufgefallen sein bzw. hat niemand es angesprochen? I doubt it. Dafür gefällt mir Sebastians Charakter sehr gut und ehrlich gesagt, wäre es super spannend geworden, wenn sich hier eine Liebesbeziehung aufgetan hätte. Das Biest und Dornröschen.. Seine Geschichte, seine Narben - innerlich, wie äußerlich - haben aus ihm einen interessanten, tiefgründigen Charakter gemacht. Anscheinend gibt es aber kein Buch über ihn oder ist in Planung. Schade.Doch auch ohne dieses LoveTriangle hatte die Geschichte Potenzial. Ich mochte den Schreibstil - aber irgendwann hat mich der Inhalt ziemlich genervt. Es war oberflächlich, überzogen und kitschig. Was war das bitteschön für ein Geschwafel bei der Antragsszene? Die Geschichte mit Cooper hat auch nicht den Raum eingenommen, der storytechnisch zur Verfügung gestanden hätte.Da ich also gemischte Gefühle habe, kommt nur eine Bewertung im Mittelbereich herum.Achja: Das Cover spricht mich null an und hat auch gar nichts mit der Story zu tun. Hier war das Briefing wohl Katastrophe. Besonders, da BLAUE ROSEN ein so zentrales Element sind, dass ich mich wundere, dass dieses nicht aufgegriffen wurde.