Nicht das stärkste Buch von F. McFadden. Aber sie versteh es kurzweilige und einfache Bücher zu schreiben. Die Königin der Plot-Twists!
Der Freund ist ein typischer Freida-McFadden-Thriller: flüssig geschrieben, schnell zu lesen und durchgehend spannend. Das stetig wachsende Gefühl von Unsicherheit sorgen dafür, dass man förmlich durch die Seiten fliegt. Einige Wendungen waren überraschend und haben mich wirklich fassungslos gemacht, andere Entwicklungen hingegen ließen sich recht früh erahnen.Insgesamt spielt die Geschichte gekonnt mit Misstrauen, Angst und falschen Fährten und hält die Spannung bis zum Ende aufrecht. Dennoch hatte ich mehrfach das Gefühl, dass der Thriller deutlich stärker gewesen wäre, wenn Sydneys Perspektive gekürzt und der Fokus stärker auf Tom gelegt worden wäre. Dadurch entstanden für mich einige Längen, die den Lesefluss gebremst haben.Die Charaktere sind solide, aber mir fehlte letztlich das gewisse Etwas, um sagen zu können: Wow, das ist ein richtig starkes Buch. Zudem empfand ich es kritisch, dass es stellenweise so wirkte, als sei das Finden eines Mannes das A und O im Leben - dabei braucht keine Frau einen Mann, um sich zu definieren oder vollständig zu sein.Für eingefleischte McFadden-Fans ist Der Freund dennoch lesenswert. Für mich gehört das Buch - ähnlich wie Die Kollegin - zu den schwächeren Werken der Autorin. Trotzdem bleibe ich neugierig: McFadden versteht es, Spannung aufzubauen, und ihre kommenden Bücher klingen bereits wieder sehr vielversprechend.