"Sommer im Himmelfjell Hotel" lässt Leser:innen in eine sommerliche, norwegische Bergwelt eintauchen, in der Ingrid, die das traditionsreiche Himmelfjell Hotel von ihrer Großmutter übernommen hat, ein großes Mittsommerfest und eine bevorstehende Hochzeit vorbereitet. Doch hinter der idyllischen Kulisse bahnen sich Sabotageakte und lange verborgene Familiengeheimnisse an, die Ingrids Pläne und ihr eigenes Glück bedrohen.Die Autorin schafft es, die norwegische Natur und die besondere Mittsommerstimmung eindrucksvoll zu schildern - die weiten Täler, der endlose Himmel und die Bergwelt wirken lebendig und laden zum Träumen ein. Gerade dieser atmosphärische Teil des Romans ist eine seiner Stärken und sorgt für ein angenehmes, oft sehr malerisches Lesegefühl.Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich leicht lesen; viele Leser:innen berichten, dass sich die Seiten schnell füllen und das Buch angenehm voranschreitet. Dennoch bleibt der Stil für meinen Geschmack oft etwas zu glatt und vorhersehbar, ohne die sprachliche Tiefe oder überraschende Wendungen, die ein besonders einprägsames Leseerlebnis bieten würden.Ingrid ist eine sympathische Protagonistin, und ihre Herausforderungen - beruflich wie privat - bieten solide Ansätze für Konflikte. Leider bleiben viele der Nebenfiguren recht eindimensional, und ihre Motivationen wirken stellenweise klischeehaft. Besonders die Enthüllungen rund um Sabotage und Familiengeheimnisse hätten mehr Spannung und Realitätsnähe vertragen können; oft enden Konflikte zu schnell oder ohne große Konsequenzen. Das nimmt der Geschichte in der zweiten Hälfte etwas an emotionaler Wucht.Die Grundidee mit dem Hotel, dem Mittsommerfest und den unerwarteten Ereignissen hat Potenzial. In der Umsetzung wirkt der Plot aber häufig vertraut und vorhersehbar - als liebenswerte, aber nicht wirklich originelle Sommerlektüre. Dramaturgisch hätten einige Wendungen stärker ausgearbeitet sein können, um wirklich mitzureißen. Fazit:Sommer im Himmelfjell Hotel ist eine angenehme Sommerlektüre mit hübscher Szenerie und soliden, aber nicht besonders komplexen Figuren. Atmosphärisch überzeugt das Buch, inhaltlich und emotional bleibt es oft auf der Oberfläche. Für Fans von leichten, stimmungsvollen Geschichten ist der Roman sicher eine nette Wahl - wer aber nach tiefgreifender Charakterarbeit und überraschenden Wendungen sucht, wird hier eher enttäuscht. Ich vergebe 3 von 5 Sternen.