Für mich leider ein Fiebertraum mit zu viel Spice und zu wenig Plot
¿¿ 2,5Die Aufmachung des Buches ist wunderschön und auch die Grundidee klang vielversprechend, doch leider hat mich der Inhalt ziemlich enttäuscht.Der Einstieg war noch halbwegs nachvollziehbar und durchaus interessant, in den Schreibstil fand ich schnell hinein. Doch schon bald entwickelte sich die Handlung zu einem einzigen Fiebertraum: es war wie ein Unfall, von dem man den Blick nicht abwenden kann, obwohl man eigentlich möchte.Die Protagonisten Ares, Raven und ihre Schwester Hannah waren mir allesamt unsympathisch und ihre Geschichte wirkte auf mich schlichtweg absurd. Ares ist fünf Jahre lang mit Hannah zusammen, liebt sie und es wird eine gemeinsame Hochzeit geplant - nur um dann doch - wie von der Großmutter bestimmt -, Raven zu heiraten, weil Hannah kurzfristig abspringt. Plötzlich ist diese wie ausradiert, Ares hat ausschließlich Augen für Raven, während Hannah ihre Entscheidung bereut. Dass Ares Hannah angeblich geliebt hat, spielt auf einmal für ihn keinerlei Rolle mehr. Gleichzeitig leidet Raven permanent unter der Angst, im Schatten ihrer Schwester zu stehen und glaubt Ares nicht, wenn er ihr seine Gefühle beteuert (verständlicherweise).Raven wird eigentlich als selbstbewusste, erfolgreiche und berühmte Frau beschrieben, die als Model und Modedesignerin arbeitet. In der Handlung verhält sie sich jedoch überwiegend unsicher und kindisch. Ares wiederum ist extrem besitzergreifend und krankhaft eifersüchtig - und das sogar schon vor der Hochzeit. Für mich war das vollkommen überzogen und wenig glaubwürdig.Hinzu kommt, dass in nahezu jedem Kapitel mehrfach betont wird, wie wunderschön Raven ist und wie oft sie sexy Nachthemden trägt, die Ares um den Verstand bringen. Gleichzeitig erfährt man bis zum Ende nicht einmal, welche Haarfarbe sie hat. Das fand ich schade, denn die Figur hätte sicher mehr Tiefe verdient als eine ständige Reduktion auf ihr Äußeres. Auch der hohe Spice-Anteil war für meinen Geschmack deutlich zu viel und konnte letztlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass es der Geschichte an echtem Plot mangelt.Trotz allem hat mich das Buch irritierenderweise gefesselt, auch, wenn ich beim Lesen regelmäßig die Augen verdrehen musste. Die Handlung bleibt insgesamt sehr oberflächlich und repetitiv. Empfehlen kann ich das Buch daher nur eingeschränkt. Irgendwo hat es mich zwar unterhalten, wirklich überzeugt jedoch nicht. Interessant fand ich allerdings die Familie rund um Ares. Sie ist vermutlich der einzige Grund, warum ich eventuell irgendwann doch noch zu Band 2 greifen könnte. Viele Stimmen behaupten zumindest, dass der zweite Teil deutlich besser sein soll als dieser Auftakt.