War ganz okay. Nette Geschichte, hat mich aber leider nicht umgehauen.
Bei "What The River Knows" habe ich mich zu erst gefragt, ob es sich wirklich um ein Fantasyroman handelt und bin neugierig geworden. Das Cover fand ich sehr hübsch gemacht und passt auch super zur Geschichte. Charaktere:Von Inez war ich am Anfang ziemlich begeistert. Sie schien mir aufgeweckt, abenteuerlustig, wissbegierig und mutig zu sein. Sie hat sich eindeutig von der "Lady" distanziert, die sie, laut der damaligen Gesellschaft, sein sollte. Sie ist neugierig und lässt sich nicht daran hindern alles zu hinterfragen. Doch nach mehreren Kapiteln, habe ich gemerkt, dass das Feuer, dass in ihr brennen sollte, irgendwie in der Geschichte nicht so recht wiedergespiegelt wurde. Sie hat sich mehr innerlich und gedanklich über Dinge beschwert, als sie es dann in Wirklichkeit getan hat. Doch ich musste mir immer wieder vor Augen halten, dass diese Geschichte im Jahr 1884 statt fand. Da wurden fragenstellende und selbstständig denkende Frauen nicht geduldet. Ich musste mich also ein wenig mit meinen Gedanken zurück halten, von ihr zu erwarten, dass sie sich gefälligst nichts bieten lassen soll von den Männern in ihrer Umgebung, die ihr ständig sagen, was sie zu tun hat oder nicht. Und dennoch, hat sie mehr selbstständig gehandelt, als es damals von Frauen "erlaubt" war. Whit:Bei Whit wusste ich ganz lange nicht, was ich von ihm halten sollte. Er schien auf jeden Fall Geheimnisse zu haben, die er bereit war Preis zu geben und andere nicht. Das hat mich dann zum Schluss wirklich erstaunt und einen guten Grund geliefert, auch den zweiten Teil lesen zu wollten. Über sein Benehmen kann man sich streiten. Ob ein Mann zu der Zeit der Meinung war, so mit Frauen umgehen zu dürfen oder eher gesagt mit Inez, bin ich mir nicht so ganz sicher. Schließlich waren sie doch als "Gentleman" bekannt. Aber wie man fest stellen konnte, war es nur oft eine Maske, die er sich aufgesetzt hat, um kalt und unnahmbar zu erscheinen. Doch, wie gesagt, hat mich am Ende der Geschichte, ein weiteres Geheimnis von ihm ein wenig umgehauen und ich bin wieder am Anfang, ob er jetzt der Gute oder der Böse ist. So erging es mir auch mit Inez Onkel. Den fand ich in kaum einer Situation höfflich oder auch nur ein wenig freundlich. Er ist eher mürrisch, auch wenn er seine Zuneigung, den Menschen gegenüber, die er mag, anders ausdrückt. Worldbuilding:Für mich war das Worldbuilding ausreichend beschrieben worden. Es war manchmal etwas kompliziert, wenn es um die Tempel, Höhlen oder andere Orte in Ägypten ging aber dazu gab es ja immer wieder im Buch hübsche Zeichnungen, die es einen ein wenig leichter machten. Auch die Umgebung wurde detailliert beschrieben, so das ich immer ein Bild davon hatte, wie es gerade um sie herum aussieht. Auch der Fantasyaspekt floss immer wieder in die Realität mit ein. War ein wichtiger Bestandteil der Geschichte, hat aber nicht überhand genommen. War dennoch interessant, was sich Isabel Ibañez dazu hat einfallen lassen. Schreibstil:Die Geschichte war einfach und flüssig zu lesen. Die Anzahl von Haupt-und Nebencharakteren war nicht zu viel und nicht zu wenig, so das es weder zu eintönig oder langweilig aber auch nicht zu kompliziert wurde. Mir hat jedoch in spannungsgeladenen Momenten die Spannung gefehlt. Irgendwie wurde sie aufgeschrieben aber gleichzeitig fand sie in meinem Kopf gar nicht richtig statt. Ich hab maximal zum Schluss endlich richtig mitfiebern können und war beim Plot-Twist überrascht. Genervt hat es mich vor allem, dass Inez die ganze Schuld gegeben wurde, als es um die heimliche Zusammenarbeit mit ihrer Mutter ging. Ich finde, da hätte mehr Verständnis von allen Beteiligten geben müssen. Aber statt dessen wurde sie beschimpft, man war sauer auf sie und wollte sie sofort weg schicken. Nur Whit hatte etwas mehr Verständnis, aber das hat in keiner Situation irgendwie weiter geholfen. Das fand ich ziemlich unfair, wenn man bedenkt, was für ein Verhältnis sie zu ihrer Mutter hatte und welchen Einfluss diese auf Inez hatte. Die Romanze dahinter zwischen Inez und Whit war eher harmlos und unschuldig. Es gab keine Spice Scenen, vielleicht war das auch so von der Autorin gewollt. Meinung:Ich fand die Geschichte ganz nett, leicht zu lesen und das Worldbuilding gut beschrieben. Der Fantasyanteil war nicht sehr groß und auch nicht die Liebesbeziehung zwischen Inez und Whit. Mir hat leider der Spannungseffekt gefehlt. Ich hatte nicht wirklich ein Problem damit, dass Buch auch mal ein paar Tage liegen zu lassen. Es hat mich jetzt nicht wirklich gefesselt. Mir haben in dieser Hinsicht zu oft die Emotionen, die ich mir gewünscht habe, gefehlt, wenn sie denn auch schon im Buch beschrieben wurden. Irgendwie kam es bei mir nicht wirklich an. Mit dem Plot-Twist habe ich nicht gerechnet und hat mich auf den zweiten Teil neugierig gemacht aber ich bin unentschlossen, ob ich es mir wirklich durchlesen möchte.