Kann man lesen/ hören¿ muss man aber nicht¿ ¿
. Wenn du Lust auf eine zuckersüße kleine Exorzismus-Geschichte hast, die dir zwar nicht das Blut in den Adern gefrieren lässt, dich dafür aber für ein paar Stunden uncharmant charmant unterhält und bei der ausgerechnet der Dämon in meinen Augen zur sympathischsten Figur avanciert , dann solltest du "Das Haus des Exorzisten" lesen. Oder, wie in meinem Fall, hören.. Aber worum geht es genau...1994, West Virginia. Die Hills kaufen ein altes Farmhaus ohne zu ahnen welche Gefahr im Keller ihres neuen Hauses lauert. . In "Das Haus des Exorzisten" begleiten wir mehrere Figuren, die abwechselnd als Ich-Erzähler/innen durch die Handlung führen. Dadurch entsteht nicht nur ein vielschichtiger Blick auf die Gegenwart, sondern auch auf die Vergangenheit der Charaktere und des Hauses selbst. Die Figuren wirken dabei durchaus realistisch gezeichnet, dennoch wurde mir kaum jemand wirklich sympathisch. Viele von ihnen erschienen mir etwas plump und klischeehaft angelegt.Tatsächlich war ausgerechnet das Böse in dieser Geschichte noch die charmanteste Präsenz. ¿. Der Roman beginnt ausgesprochen vielversprechend und erinnert atmosphärisch an einen gelungenen Horrorfilm der 90er-Jahre. Nach einem ersten spannenden Höhepunkt verliert die Geschichte jedoch merklich an Intensität. Ich habe lange auf jene verstörenden, schockierenden Momente gewartet, die man sich von einer guten Exorzismusgeschichte erhofft...leider vergeblich. Statt eines stetigen Spannungsanstiegs entfaltet sich die Handlung eher linear und bedient sich dabei klassischer Genre-Elemente, die häufig vorhersehbar bleiben.. Vielleicht waren meine Erwartungen einfach zu hoch, denn wirklich erfüllt wurden sie leider nicht. Trotzdem fühlte ich mich insgesamt gut unterhalten und frage mich im Nachhinein, ob mich das Buch in gedruckter Form möglicherweise stärker oder zumindest anders begeistert hätte.. Das Hörbuch selbst ist qualitativ wirklich hervorragend umgesetzt. Persönlich bevorzuge ich es allerdings, wenn weibliche Figuren auch von einer weiblichen Stimme gesprochen werden. Nichtsdestotrotz war die Vertonung klar, angenehm und selbst in erhöhter Geschwindigkeit noch wunderbar verständlich. ¿. Die vielen überragenden positiven Bewertungen kann ich durchaus nachvollziehen...empfehlen würde ich "Das Haus des Exorzisten" jedoch eher Leser/innen, die noch nicht allzu tief im Horrorgenre zuhause sind!