Daniel Hill hat sich alles gut überlegt, als er das alte Farmhaus kauft. Er will dieses den Sommer über renovieren und es dann gewinnbringend weiter verkaufen. Doch weder er noch seine Familie ahnen, was es wirklich mit diesem Haus auf sich hat ...
Ich erwartete eine klassische Geistergeschichte, als ich mir dieses Buch gekauft habe. Und wer das so wie ich tut, der wird erst einmal enttäuscht sein. Ja, es kommen Geister vor, doch sie nehmen nicht die Rahmenhandlung ein. Der Spuk in diesem Haus ist dunkler und gefährlicher als es auf den ersten Blick erscheint - insofern wird ein Horrorfan hier auf seine Kosten kommen.
Roberts hat das Haus und die nähere Umgebung gut beschrieben, doch je weiter die Handlung sich von dort entfernt, desto blasser werden die Beschreibungen. Es war auch nicht nötig, mehr als nötig in die weitere Umgebung zu stecken, immerhin spielt sich der Großteil in und direkt um das Haus herum ab.
Was mich positiv überraschte war die Beschreibungen des Spukes. Keine Geister, wie ich sie erwartet hatte, sondern etwas, was aus den betroffenen Menschen selbst kam. Die Dämonen im Exorzistenhaus gruben nach den tiefsten Ängsten und Scham, und ließen diese zum Leben erwachen. Das war etwas komplett anderes als ich es erwartet hatte und machte in Bezug auf das, was sich im Haus abspielte, sehr viel mehr Sinn.
Die drei Hauptcharraktere Daniel, Alice und Nora Hill sind gut skizziert und in sich schlüssig. Ich war vor allem von Nora fasziniert, die nicht nur schwanger war, sondern kurz vor der Schwangerschaft eine einmalige Affäre mit ihrem Chef gehabt hatte. Diese Tatsache fraß über fast den ganzen Roman an ihr und beschert ihr ein ständiges schlechtes Gewissen. Daniel reagierte dagegen immer aggressiver auf das, was im Haus geschah, während Nora sich zurückzog. Alice schien über weite Strecken kaum oder gar nicht vom Spuk betroffen. Als es sie dann aber traf, geschah dies wirklich auf heftige Weise.
Die Handlung ist in sich geschlossen. Plotlöcher habe ich keine gefunden. Roberts wusste, was er schreiben wollte, und er hielt durch. Die Actionszenen waren flüssig und gut zu lesen. Der Gore hielt sich im Rahmen.
Das einzige, was ich wirklich auszusetzen habe, ist dass die Auflösung mir ein bisschen zu einfach erschien. Da wird die Szene aufgebaut, der Oberdämon erscheint und kann auch besiegt werden, doch zu einem dramatisch hohen Preis. Und dann ... Ja, das überlasse ich den mölgichen Leserrn, herauszufinden.
Alles in allem ein handwerklich gutes und solides Werk, das gute und spannende Unterhaltung bietet. Stellenweise sprang mein Kopfkino an, aber leider nicht durchgängig.