Die Schokoladensaga geht interessant weiter
Der junge Apothekerssohn Rudolf hat nach seinem Schulabschluss keinen so rechten Plan, wie seine Zukunft aussehen soll. Nach dem tragischen Tod seiner Lieblingsschwester Fanny geht er zu seinem Großonkel nach Lausanne, der dort eine Schokoladenfabrik betreibt. Nach einigen Jahren kehrt er nach Bern zurück, um dort selbst eine solche Fabrik aufzubauen. Wird er es schaffen seine Ziele, besonders zartschmelzende Schokolade herzustellen, umzusetzen? Und wird er damit für die Familie Sprüngli aus Zürich, die bereits in der zweiten Generation in diesem Metier ist, ein ebenbürtiger Rivale sein? Eine neue Firmengeschichte Nachdem die Autorin Lisa Graf bereits eine erfolgreiche Familiengeschichte mit der Dallmayr Saga abgeliefert hat, wendet sie sich nun dem süßen Thema der Schokolade zu. Während Teil eins eigentlich nur den Werdegang der Familie Sprüngli beschreibt, laufen in diesem Teil zwei Handlungsstränge parallel und beschreiben den Zeitraum 1863 - 1880.Die Sprünglis sind in der Schokoladenherstellung bereits etabliert. Sie führen ihr ursprüngliches Handwerk, das Konditorwesen, aber nach wie vor aus. Mittlerweile sind beide Söhne erwachsen und steigen in die Geschäfte mit ein.Parallel dazu erzählt sie die Geschichte des jungen Rudolf Lindt aus Bern, der ebenfalls seine ersten Versuche in der Schokoladenherstellung wagt. Basierend auf wahren Begebenheiten Für diese neue Saga hat die Autorin wieder gründlich recherchiert und diese Erkenntnisse als Grundstock für ihre neue Trilogie verwendet. Diese hat sich entsprechend durch die eigene Phantasie ergänzt. Beide Protagonisten der Familien Sprüngli und Lindt heißen tatsächlich Rudolf, was eventuell zu Verwirrungen führen kann. Erleichtert wird das Ganze dadurch, dass der Lindt?sche Rudolf nach seinem Aufenthalt in Lausanne, die fränzösische Schreibweise des Namens, nämlich Rodolphe, verwendet.Der besseren Übersicht halber ist jedes Kapitel mit dem Namen des Protagonisten, aus dessen Sicht das nachfolgende Kapitel erzählt wird, in der Überschrift samt Jahreszahl genannt. Bekannte und neue Protagonisten Die Familie Sprüngli hat man ja schon ausgiebig kennengelernt und trifft hier alle wieder an. Neu hinzu kommen nun die Familienmitglieder Lindt. Doch alle Charaktere sind ausnahmslos lebendig und authentisch dargestellt. Sicher ist man der ein oder anderen Person mehr gewogen und andere findet man nicht ganz so sympathisch. Wissenswertes über Schokoladenherstellung In diesem Teil wird sehr genau beschrieben, wie Schokolade hergestellt wird. Vor allem der Vorgang des Conchierens, welches eine Erfindung von Lindt ist, wird genaustens erklärt.Durch die beiden Handlungsstränge und die stets wechselnde Erzählperspektive kommt keine Langeweile auf und die Geschichte liest sind gut und unterhaltsam.Der Schreibstil der Autorin ist angenehm, gut zu verstehen und flüssig.Auch dieses Cover ist ansprechend, wie eine Tafel Schokolade gestaltet und passt perfekt zum vorherigen Band. War dort die Farbe des Covers rot, ist es bei Band zwei nun in Blau gehalten. Fazit: Das Buch ist in sich abgeschlossen. Man kann allerdings erahnen, dass obschon dieses Buch den Titel "Zwei Rivalen, ein Traum" trägt, dieser Rivalitätskampf wohl das Hauptthema des abschließenden drittem Bandes, der für den Herbst 2026 angekündigt ist, sein wird. Ich freue mich schon sehr darauf, da ich ein großer Fan von Familiensagen bin.