Das an einem See in den Wäldern gelegene Ferienlager "Camp Lost Lake¿ wurde vor 16 Jahren Schauplatz mehrerer brutaler Morde und die Erzählungen davon vermischen bis heute Gerüchte, Gruseliges sowie Fakten. Die Mütter von Olivia und Reagan waren damals als Mitarbeiterinnen vor Ort und Reagans Mutter gilt bis heute als flüchtige Mörderin. Jetzt soll auf dem Gelänge ein Retreat entstehen, weshalb die beiden Jugendlichen vor der Neueröffnung noch nach Antworten suchen wollen: Olivia hofft Hinweise auf ihren leiblichen Vater zu finden, denn sie hat vor Kurzem erfahren, dass ihr Dad nicht ihr biologischer Vater ist. Reagan hofft Hinweise auf den wahren Täter oder die wahre Täterin zu finden, da sie an die Unschuld ihrer Mutter glaubt. Als die beiden aufeinandertreffen wird es verwirrend, gefährlich und chaotisch: Eine Feststellung wirft verstörende Fragen auf, jemand will sie mit aller Gewalt davon abhalten, die Wahrheit ans Licht zu bringen und die Beweise, die sie finden, stellen alles auf den Kopf ... Die Handlung wird schon nach wenigen Kapiteln rätselhaft, aufregend und nervenaufreibend spannend! Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven sowie Zeitebenen, zudem gibt es Polizeiberichte und Zeugenaussagen, was für Abwechslung und Spannung sorgt. Romantische Verwicklungen spielen auch eine kleine, aber feine Rolle. Der ausdrucksstarke, intensive Schreibstil macht die Erfahrungen und Gefühle der interessanten Protagonistinnen greifbar, sodass ich nonstop mit ihnen mit gefiebert habe! Auch die Nebenfiguren sind toll gezeichnet! "Two sides to every Murder¿ ist unterhaltsam, geheimnisvoll und atemlos gestaltet. Dieser Jugend-Thriller bietet ein schaurig schönes Lesevergnügen, das mich in Grundzügen an die Teenie-Horrorfilme erinnerte, die in den späten 1990ern und frühen 2000ern aufkamen. Ich meine die eine oder andere Logiklücke entdeckt zu haben und die haben mich kurz aus der Geschichte herausgerissen, aber insgesamt hatte ich mit dem Buch einen guten Nervenkitzel!