Hohe Erwartungen, die leider nicht vollends erfüllt werden konnten
Im dänischen Adelshaus Bille - Brahe steht die Verlobung des jungen Grafen Frederick an. Er soll als zukünftiger Erbe die arrangierte Ehe mit der Komtesse Adele Scheel - Eckersberg eingehen. Fredericks Schwester Jessie ist heimlich verliebt in den Pastorensohn Johannes und plant mit ihm nach Paris zu gehen. Doch dann gibt es auf Schloss Egeskov einen tragischen Zwischenfall, der das Leben aller Bewohner beeinflusst und ändert. Das Leben der Adligen und ihrer Bediensteten Das Autorenduo startet eine neue Reihe über die Bewohner des Schlosses Egeskov. Das Buch wird oft mit dem bekannten englischen Downtown Abbey verglichen. Auch hier wird das Leben der Adligen erzählt und parallel dazu das ihrer Bediensteten. Der krasse Unterschied zwischen der gehobenen Klasse und den Arbeitern wird mehr als deutlich. Im kurz gehaltenen Nachwort verweisen die Autoren darauf, dass die Geschichte auf wahre Begebenheiten und Persönlichkeiten zurückgeht, welche mit fiktiven Personen und Geschehnissen ausgeschmückt werden. Leider wird darauf aber nicht näher eingegangen. Es wäre sehr interessant gewesen, zu erfahren, inwieweit die Realität im Roman vertreten ist. Protas bleiben eher unnahbar Es kommt eine große Vielzahl von Personen vor. Damit man den Überblick nicht verliert, findet man zu Beginn des Buches ein ausführliches und hilfreiches Personenverzeichnis. Die Geschichten beziehen sich auf alle vorkommenden Charaktere. Das Hauptaugenmerk liegt aber auf der Baroness Jessie und auf Dienstbotenseite auf dem Hausmädchen Oda und dem Kuhburschen Stig.Leider können die gesamten Protagonisten nicht die Nähe aufbauen, die sich bei Downtown Abbey sehr schnell eingestellt hat. Sie bleiben dem Leser eher unnahbar. Einzig zu Oda kann man einen Bezug entwickeln und an ihrer Geschichte Anteil nehmen. Luft nach oben Die erzählte Geschichte selbst ist interessant zu lesen. Dennoch vermisst man das Feuer,dass Downtown Abbey schnell beim Leser entfacht hat, was vielleicht auch an der Distanz zu den Charakteren liegen kann.Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und gut verständlich.Ich habe einige Zeit gebraucht, bis ich wirklich in der Geschichte drin war. Der Familie Scheel Eckersberg gegenüber hegte ich ein gewisses Misstrauen und konnte sie und ihre Hintergründe nicht richtig einordnen. Letztlich sorgt ihre Tochter Adele am Ende dann auch für einen gewaltigen Cliffhanger, der nun die Neugier auf Band zwei, trotz aller Schwierigkeiten und Vorbehalte mit der Geschichte, anfachen kann. Fazit: Man hat eine zauberhafte Geschichte im Stil Downtown Abbey erwartet, nachdem es auch so mehrfach angepriesen wird. Diese Erwartungen konnten leider nicht erfüllt werden. Dennoch bin ich nun gespannt auf die Fortsetzung. Vielleicht kann sie die hohen Erwartungen besser erfüllen wie Teil eins.