Mit dem zweiten Band der Totengötter-Saga gelingt es Stefanie wieder, mich mitten ins Herz der Geschichte zu katapultieren. Als wäre ich nach Band 1 nur kurz weg gewesen. Ihr Schreibstil ist intensiv, atmosphärisch und fesselnd. Man spürt die Bedrohung, die Magie und die Emotionen der Charaktere hautnah. Trotz der düsteren, komplexen Handlung schafft sie eine ziemlich gute Balance zwischen Spannung, Drama und Herzklopfen, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.Die Totenreiche entfalten sich noch vielschichtiger als im ersten Band. Gwen, die diesmal eher unfreiwillig ins Jenseits zurückkehrt, muss sich neuen Gefahren stellen, die ihre Loyalität, ihr Vertrauen und ihre Gefühle auf die Probe stellen. Die Welt um sie herum ist unberechenbar. Intrigen, dunkle Mächte, sowie neue Verbündete, die überraschend schnell ans Herz wachsen, lassen keine Langeweile aufkommen. Gwen ist erneut eine starke, glaubwürdige Protagonistin, deren Mut, Verzweiflung und emotionale Tiefe das Herz berühren. Man leidet mit ihr, hofft mit ihr und fiebert mit, wenn sie sich gegen die Schatten um sie herum behaupten muss. Aran ist in diesem Band einerseits noch greifbarer, andererseits mysteriöser. Seine Entwicklung hat mich ein wenig überrascht, wobei es nicht direkt seine Schuld war, weshalb ich ihm nicht böse sein kann. Dafür aber der Autorin. Die Momente zwischen ihm und Gwen sind voller knisternder Spannung, Zuneigung und kleiner, liebevoller Gesten, die das Herz erwärmen. Natürlich nur solange, bis die "böse" Autorin es bricht. ¿Die alten Bekannten aus Band 1 dürfen natürlich nicht fehlen und bekommen noch etwas mehr Tiefe (Hades braucht trotzdem mehr Sendezeit). Neue Figuren wie Veles ¿ und Glenys wachsen einem schnell ins Herz und bringen noch etwas mehr Spannung. FazitDer Onyxpalast - Wo die Seelen brennen ist ein düsterer, spannender und emotionaler zweiter Band. Wer Intrigen, Mythologie, knisternde Emotionen und fesselnde Fantasy liebt, sollte sich diese Trilogie nicht entgehen lassen.Von mir gibt es 5 von 5 Sternen. ¿