Ralf H. Dorweilers "Die Farbe des Bösen" ist der zweite Teil der Reihe und hat mich schon länger gereizt, auch weil ich erst vor Kurzem in Hamburg war und viele Schauplätze dadurch besonders lebendig vor Augen hatte. Die Atmosphäre des Jahres 1887 ist sehr dicht und glaubwürdig eingefangen, vor allem die sozialen Gegensätze und die schwierigen Lebensbedingungen der Arbeiter werden eindrucksvoll dargestellt.Der Kriminalfall selbst ist raffiniert aufgebaut und ich konnte lange nicht erahnen, wer hinter den Ereignissen steckt. Gerade diese Unvorhersehbarkeit hat für mich einen großen Teil des Reizes ausgemacht. Immer wieder gibt es neue Hinweise und Wendungen, die einen zum Miträtseln einladen, ohne dabei konstruiert zu wirken ¿Auch die Figuren haben mir gut gefallen, besonders das Zusammenspiel zwischen Johanna und Rieker sorgt für Spannung, auch wenn Johanna mit ihrer impulsiven Art manchmal etwas unüberlegt handelt.¿ Insgesamt ein packender und gut recherchierter Krimi, den ich sehr gerne gelesen habe ¿