Wenn man als Geschwister gemeinsam über die Eltern und die eigene Kindheit nachdenkt, kann das wie eine Therapie sein. Ausgang offen.
Es muss endlich entschieden werden, was mit dem Haus der Eltern von Flora zu tun ist und das muss ihr erst ihre Tochter dringend nahelegen. Also macht Flora sich auf nach Luxemburg, um vor Ort zu entscheiden, was denn jetzt gemacht werden soll: behalten, verkaufen oder einfach in Rauch aufgehen lassen? Da steht plötzlich ihre Schwester Millie vor der Tür. Schon lange haben sich die beiden nicht mehr gesehen, Millie hielt es nicht einmal für nötig, zur Beerdigung der Eltern zu kommen und ließ Flora mit der Durchführung und vorher deren aufwändigen Pflege allein. Deshalb meint Flora auch, ihre Schwester zu hassen, nennt sie doof und selbstsüchtig. Jetzt aber sind sie wieder vereint unter dem Dach ihrer Kindheit und Jugend und spüren gemeinsam ihren Erinnerungen nach. Wo lassen sich ihre Eltern am ehesten entdecken? Der Vater vielleicht auf dem kleinen Boot in der Bretagne, das er geliebt hat und das auch in den Schwestern schöne Gedanken weckt. Also fahren sie genau dorthin, um dem Vater noch einmal nahe zu sein. Begleitet werden sie dabei von der Tochter Floras, die plötzlich auch vor der Tür des Hauses steht. Der Mutter, Féfé, lässt sich nur im Haus selbst nachspüren und aus der Bretagne zurück, veranstalten die Schwestern ein Fest, zu dem aber nur die allernächsten Freunde und Bekannte kommen, mit welchen es dann auch wirklich gelingt, noch einmal ins alte Leben abzutauchen, in die Kindheit, die Jugend und in die Beziehung der Eltern. Das bringt die Schwestern einander näher, aber um wieviel? Werden sie sich einander am Ende wirklich verstehen und versöhnen?Einem solchen Buch nähert man sich doch auch immer über die eigenen Erlebnisse und Erinnerungen an und je mehr diese sich dann mit jenen im Buch gleichen, umso näher kommt einem das Buch. Mir ist das hier auf jeden Fall passiert und zwar wirklich tiefgründig. Obwohl die Geschichte zu einem Großteil in Dialogen erzählt wird und dabei die Perspektive nur einer der Schwestern eingenommen wird, hat sie mich gepackt. Alles gestaltet sich glaubwürdig, weil für mich so nachvollziehbar. In mir wurden viele Gedanken nach der eigenen Geschichte geweckt und das hat mir dieses Buch zu einem ganz wunderbaren "Partner" gemacht, vielleicht ja wirklich zu einem Geschwister, mit welchem man sich einmal so richtig aussprechen konnte.