Mühevolle Kleinarbeit für die Ermittler
Während des alljährlichen Winzerfestes erhält Beatrice Römfeld folgende geheimnisvolle Nachricht: "Wir treffen uns dort, wo die roten Dahlien blühen." Die Ehefrau des Weingutbesitzers nimmt es seit längerem mit der ehelichen Treue nicht so genau. Blöderweise wird dieses Rendezvous ihr letztes sein, den am nächsten Morgen findet ausgerechnet eines ihrer Gspusi, der Kellermeister Richard, die Frau tot im Weinkeller. Auf den ersten Blick sieht alles nach einem Gärgasunfall aus. Doch der herbeigerufene Arzt schreibt "unklare Todesursache" auf den Totenschein und beschert damit dem Kriminalbeamten Michael Härter und seiner Kollegin arbeitsreiche Wochen. Als sich dann herausstellt, dass Beatrice ermordet worden ist, scheint es eine Vielzahl von Verdächtigen zu geben. Denn es gibt mehrere Personen im Umkreis der Toten, die ein mögliches Motiv hätten. Allen voran der mehrfach betrogene Ehemann, der sowohl die Versicherungssumme als auch das Vermögen seiner toten Ehefrau sehr gut für den Betrieb brauchen könnte. Harter verbeißt sich wie immer in den Fall und übersieht wieder einmal, dass bei im daheim der Haussegen schief hängt, und seine Lebensgefährtin Ruth für ein paar Wochen eine Chor-Freundin auf Mallorca besuchen will. Als Ruths Freundin, Maja Winter, die Betreiberin des Café Butterblume, von deren Urlaubsplänen hört, bricht ein wenig der Novemberblues aus. Maja fühlt sich einsam, die Tochter in Hamburg, Christian, ihr Lebensgefährte verstorben und nun Ruth auf Mallorca. Ein bisserl viel auf einmal. Gleichzeitig hat sie Mitleid mit Leon, dem Ehemann der Ermordeten, zumal sie ebenfalls auf dem Winzerfest war und die eine oder andere Beobachtung gemacht hat. Und was hat es mit dem Beatrices Reitunfall, der sich im März desselben Jahres ereignet hat und ihr ein mehrfach gebrochenes Bein beschert hat, auf sich? Wird es gelingen, den Tod von Beatrice aufzuklären? Meine Meinung: Dieser siebte Fall für Maja Winter ist mein erster dieser Reihe, die dem Vernehmen nach nun beendet ist. Meinem späten Einstieg in die Reihe mangelt es an keinen Vorinformationen. Die wichtigsten Eckpfeiler aus dem Vorleben von Ruth und Maja werden kurz und knapp in die Handlung verpackt. Die Charaktere haben so alle ihre Ecken und Kanten. Die Tote im Besonderen, aber auch ihr Umfeld, sei es Schwiegermutter, Ehemann, die Liebhaber oder die enttäuschte Freundin, die nun doch kein Yoga-Zentrum eröffnen kann, wirken allesamt nicht sehr sympathisch. Die Tätersuche gestaltet sich als langwierig und mehrmals sind die Ermittler in Gefahr, den Fall als Unfall zu den Akten legen zu müssen. Doch die Staatsanwaltschaft hat nicht mit der akribischen und verbissenen Arbeit von Harter gerechnet. Gut, letzten Endes hat er ein wenig unerwartete Hilfe von Maja. Ein bisschen mehr Lokalkolorit rund um den Bodensee hätte ich mir gewünscht. Denn der Untertitel "Bodenseekrimi" hat mich bewogen, diesen Krimi zu lesen, zumal ich schon einmal Urlaub in Konstanz gemacht habe und für Sommer 2026 wieder ein paar Tage in Friedrichshafen, Überlingen, Meersburg etc. geplant sind. Das wäre die perfekte Einstimmung gewesen. Nun, man kann nicht alles haben.Fazit: Gerne gebe ich diesem Krimi, der mit einer raffinierten Auflösung überrascht, 4 Sterne.