Kaede ist 27 Jahre alt, Beamtin und arbeitet als Lehrerin in einer öffentlichen Grundschule in Tokio. Sie geht voll in ihrem Beruf auf, wie es auch einst ihr Großvater tat, der Schulleiter war. Nun lebt er immer noch in seinem alten Häuschen und arrangiert sich damit an Lewy-Körper-Demenz erkrankt zu sein. Sie besucht ihn etwas einmal in der Woche. An manchen Tagen ist alles normal, sein scharfer Verstand wie immer, an den schlechteren Tagen sieht er Dinge, die einfach nicht da sind.
Trotzdem hat er immer noch einen unglaubliche Kombinationsgabe und er kann sich genau an die großen Klassiker der Kriminalliteratur erinnern, die er liebt.
Gemeinsam lösen die beiden einen Mord von dem sie hören, ein Verschwinden und Rätsel, die Kaede durch ihren Bekanntenkreis mitbekommt. Lange unbemerkt wird Kaede von einem Stalker verfolgt. Kann auch diese Rätsel gelöst werden?
Die Idee finde ich spannend und die Grundhandlung über Kaede und ihren Großvater mit all diesen Krimielementen anzufüllen finde ich gut gelungen. Ich muss gestehen durch das Cover bin ich wohl etwas auf einen andere Fährte gelockt worden, da mir nicht so klar war, welch tragende Rolle Kriminalromane und auch Elemente in diesem Roman haben.
Etwas Probleme hatte ich mit manch einem japanischen Begriff, da mir die Unterschiede in der Anrede zum Beispiel nicht bekannt ist, japanische Gepflogenheiten nicht so geläufig sind. Auch mich in manch eine Situation hineinzuversetzen ist mir dadurch etwas schwerer gefallen, trotzdem habe ich die Geschichte leicht und gerne gelesen.
Ich musste mich aber an die Sprache oder besser gesagt an die Art, wie hier gesprochen wird schon etwas gewöhnen, da ich noch nicht so viele asiatische Romane gelesen habe und sich diese von unserer Art des Sprechens, dem Gebrauch der Wörter für mich schon unterscheidet.
Kaede finde ich einen spannenden und gut beschriebenen Charakter. Die junge Frau ist sehr einsam, traurig. Sie hat nur ihren Großvater, sonst ist sie ganz alleine. Auch enge Freundschaften hat sie nicht. Ihre Liebe zu ihrem Beruf und ihrem Großvater finde ich wunderbar herausgearbeitet und auch wie sie in diesem Buch neue Leute oder besser kennen lernt fand ich gut beschrieben. Berührend finde ich erzählt, wie sie trotz der Erkrankung immer noch so eng mit ihrem Großvater ist.
Ihr Großvater mit seiner unglaublichen Kombinationsgabe und wie sehr er seine Enkelin liebt finde ich auch ganz wunderbar gezeichnet.
Im Laufe des Romans wird aus dem Mosaik der Andeutungen ein klares Bild und man erkennt, welche Schicksalsschläge diese beiden schon gemeinsam überstanden haben.
Für mich einer herzerwärmende Beziehung.
Wie die beiden gemeinsam so manch eine Sache aufklären und lösen fand ich abwechslungsreich gestaltet und gut in die Haupthandlung eingebettet.
Also ein typsicher Familienroman ist es nicht, aber auch kein Krimi oder spannender Roman. Diese Buch ist ein Mix daraus und schlägt teilweise auch leiserer Töne an.