Ein packender Horror Roman über Jiwons Kampf um ihre Familie.
Nach der Trennung ihrer Eltern gerät Jiwons Leben aus den Fugen. Der neue Freund ihrer Mutter, ein arroganter weißer Mann, macht alles noch schlimmer, indem er sie und ihre Schwester seltsam behandelt und ihre Kultur verspottet. Jiwon wird immer wütender und verzweifelter. Sie fragt sich, wie weit sie gehen muss, um ihre Familie zu beschützen. Die Situation belastet sie sehr und lässt sie oft hilflos fühlen. Gleichzeitig wächst in ihr der Wunsch, stark zu sein und für sich und ihre Schwester einzustehen.Mit Jiwon bin ich recht schnell warm geworden. Jiwon ist klug, selbstbewusst, aber durch die Trennung ihrer Eltern stark belastet. Sie fühlt sich oft unverstanden und kämpft mit den Vorurteilen und dem respektlosen Verhalten des neuen Freundes ihrer Mutter. Ihre Liebe zu ihrer Familie treibt sie an, auch wenn sie manchmal radikale Entscheidungen trifft. Jiwon wächst im Verlauf der Geschichte über sich hinaus und zeigt, wie weit man für die eigenen Lieben gehen kann. Die Entwicklung die sie in dem Buch durchmacht, hat mir gut gefallen.Die Schwester von Jiwon steht ihr nah, ist aber vorsichtiger und versucht, die Familie zusammenzuhalten. Sie ergänzt Jiwons impulsive Art und sorgt für emotionale Tiefe in der Geschichte. Beide zusammen zeigen die unterschiedlichen Wege, wie Menschen mit Ungerechtigkeit und Fremdenfeindlichkeit umgehen.Jiwons Umma ist eine liebevolle, aber oft überforderte Mutter, die versucht, ihre Töchter bestmöglich zu schützen. Sie hat selbst mit der Trennung zu kämpfen und sucht nach einem neuen Gleichgewicht in ihrem Leben. Ihr neuer Partner bringt jedoch zusätzliche Spannungen in die Familie, was sie stark unter Druck setzt. Trotz allem versucht sie, Ruhe zu bewahren und Entscheidungen zu treffen, die für ihre Töchter das Beste sind.Der Schreibstil von Monika Kim war für mich neu, da dies das erste Buch war, welches ich von der Autorin gelesen habe. Monika Kim schafft mit klaren, bildhaften Beschreibungen eine unheimliche, beklemmende Atmosphäre. Die Spannung wird langsam aufgebaut und steigert sich bis zu den schockierenden Momenten. Kurze, prägnante Sätze erhöhen die Dramatik, während die Details des Horrors besonders wirken. Man spürt die Angst der Figuren und wird richtig in die Geschichte hineingezogen.,,Das Beste sind die Augen" ist ein packender Horrorroman, der einem das Fürchten lehrt. Die Mischung aus Grusel, Geheimnissen und psychologischer Spannung funktioniert hervorragend. Jiwon, ihre Schwester und ihre Umma wachsen einem ans Herz, während man gleichzeitig den Atem anhält. Ein Horrorbuch, das verstört, fasziniert und noch lange nachwirkt.