Ein Sittengemälde über drei Familien, die in Zeiten des Umbruchs und Aufbruchs in Europa miteinander verbunden sind. Die Welt unterliegt einem stetigen Wandel, und dies erleben auch Vicky, Paul und Auguste. Im Mittelpunkt der Handlung stehen nun allerdings ihre Kinder, doch auch die nächste Generation hat mit gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen zu kämpfen. Das zweite Buch der Dilogie "Herrliche Zeiten" erstreckt sich über die Jahre von 1900 bis 1914 sowie bis 1919 im Epilog. Die Schauplätze sind unter anderem Berlin, London und Paris, doch es gibt auch Abstecher nach Russland, China und Deutsch-Südwestafrika. Band zwei knüpft unmittelbar an den ersten Band an, sodass es sehr empfehlenswert ist, das erste Buch bereits gelesen zu haben. Dies ist insbesondere für das Verständnis der Beziehungen zwischen den verschiedenen Figuren von großer Bedeutung. Genau hier liegt auch eine der großen Stärken des Romans: Dem Autor ist eine exzellente Figurenzeichnung gelungen, die sowohl durch die Entwicklung der Charaktere als auch durch deren vielschichtige Beziehungen untereinander überzeugt. Zudem agieren fiktive und historische Figuren ganz selbstverständlich miteinander. Der Roman behandelt zahlreiche Themen, von denen ich nur einige nennen möchte: die Suffragettenbewegung, das Studium der Frauen, Kolonialismus, den Tod eines Kindes, den Boxeraufstand in China sowie die Arbeiterbewegung. Die Bücher von Peter Prange zeichnen sich immer wieder durch kurze Kapitel, häufige Szenenwechsel und ein insgesamt hohes Erzähltempo aus. Die verschiedenen Perspektiven ermöglichen es, zu vielen Figuren eine enge Beziehung aufzubauen. Hinzu kommt, dass einige Ereignisse zeitlich gerafft dargestellt werden, was zusätzlich für Dynamik sorgt. Für mich ist es erneut ein rundum gelungener historischer Roman aus der Feder von Peter Prange, den ich allen empfehle, die gerne in die Geschichte des frühen 20. Jahrhunderts eintauchen möchten.