Über die Liebe zur Musik und zu Irland - ein frühes Werk der Autorin, das mir gut gefallen hat.
Eigentlich habe ich mir den Klappentext zum neuen/alten Buch von Lucinda Riley gar nicht durchgelesen, als ich es in der Vorschau sah. Mir war klar, dass ich es lesen werde, denn meine Bücherei wird es auf jeden Fall kaufen.Als ich dann beim Lesen mitbekam, dass es hier auch um Musik geht, war ich gleich Feuer und Flamme. Damit kann man mich immer überzeugen =)Wir sind in den 1960igern. Die 16jährige Sorcha O'Donovan lebt in Ballymore, einem verschlafenen Ort im Süden Irlands. Nicht nur sie träumt davon, dem Dorfleben den Rücken zu kehren, sondern auch Con Daly, der alleine in einer Hütte am Strand lebt. Con träumt von einer Karriere als Musiker in der englischen Hauptstadt London. Die beiden verlieben sich ineinander, doch ihr strenger Vater ist von Beginn an gegen die Beziehung. Durch einen Verrat wird Sorcha aus dem Elternhaus gejagt und in einer Nacht und Nebelaktion verlassen Sorcha und Con ihre irische Heimat Richtung London. Hier lebt die Musikszene und tobt das Leben. Doch zuerst leben die beiden Iren von der Hand in den Mund, bis Sorcha eine Stelle in einem Kaufhaus findet. Doch auch Cons Talent wird bemerkt und er bekommt einen Platz in einer aufstrebenden Band. Bald haben "The Fishermen" einen Manager und einen Plattenvertrag und führen die Charts an...Doch nicht nur Sorcha und Con haben Irland verlassen. Auch Helen McCarthy, die Sorcha damals verraten hat, hat ihrer Heimat den Rücken gekehrt und sucht ihr Glück in London. Irgendwann kreuzen sich ihre Wege und die Katastrophe nimmt ihren Lauf....Es muss jeder Leserin klar sein, dass der Roman, bereits in den frühen Neunziger Jahren geschrieben und von ihrem Sohn überarbeitet wurde. Noch hat die Sprache und der Schreibstil nicht ganz das Niveau von ihren späteren Werken und dennoch hat mich die Geschichte abgeholt.Die erste Hälfte des Romans erzählt den Beginn der Beziehung von Sorcha und Con, sowie den Aufstieg von Straßenmusiker zum gefeierten Bühnenstar. Ich fand es sehr interessant in die damalige Musikbranche hineinzuschnuppern, als die Beatles und die Rolling Stones die Charts anführten. In der zweiten Hälfte hat Riley wieder einige kriminelle Elemente miteingebaut, die ich schon bei "Der verbotene Liebesbrief" sehr mochte. Dieser Roman ist mir in Erinnerung geblieben und würde ich heute viel besser bewerten, denn es ist mittlerweile mein liebstes Buch der Autorin geworden. Auch dieses hat sie noch unter ihrem Mädchennamen Lucinda Edmonds geschrieben.Sehr gefallen hat mir auch die Entwicklung von Helen, die als missgünstige und einsame junge Frau ihren Weg findet und sich zu einer tollen Geschäftsfrau entwickelt. Auch die anderen Charaktere sind sehr bildhaft dargestellt, wie auch das Setting in London und in Irland.Mit überraschenden Wendungen und schicksalhaften Ereignissen bleibt die Geschichte durchgängig kurzweilig. Das Ende war überraschend und habe ich nicht voraus gesehen. Fazit:Auch wenn "Die Frauen von Ballymore" von Lucinda Rileys Sohn Harry Whittaker überarbeitet wurde und man manchmal den etwas anderen Stil erkennt, hat mir die Handlung sehr gut gefallen, was auch am musikalischen Teil liegen kann. Da ich von der "Sieben Schwestern Reihe" nicht ganz so begeistert war, wie viele andere, liegen mir die Geschichten mit einem kleinen Spannungsanteil irgendwie mehr.