Sehr chön geschrieben, verdient mit dem norwegischen Buchpreis ausgezeichnet, hat mich tief berührt.
Der letzte Tag des Fährmanns von Frode Grytten, aus dem Norwegischen von Ina Kronenberger. Das Buch wurde mit dem Brage Preis, dem norwegischen Buchpreis ausgezeichnet. Eines Tages im November schreibt Nils Vik einen letzten Gruß an seine beiden erwachsenen Töchter: "Ich bin weggefahren und kehr nicht mehr zurück. Passt gut auf euch auf. Vater."Er steigt in sein Boot, das er vor Jahrzehnten zu einer Fähre umgebaut hatte, sein Hund Luna springt an Bord. Doch Luna lebt seit vielen Jahren nicht mehr, sie war siebzehn Jahre lang an seiner Seite. Er denkt an seine verstorbene Frau Marta, mit der er viele Jahre glücklich verheiratet war. Ein Leben ohne sie erscheint ihm sinnlos, obwohl es nicht nur glückliche Zeiten gab. Nach Martas Tod sind ihm seine Töchter kein Trost, sie leben ihr eigenes Leben. Nils denkt an die vielen Passagiere, die er auf dem Fjord hin- und her befördert hatte. Die Toten kommen auf sein Boot und erzählen von ihrem Leben und ihrem Tod. Von seiner alten Lehrerin erfährt er, dass die Hebamme Kari Aga ihre große unerfüllte Liebe war. Als die Brücke gebaut wurde, transportierte er Arbeiter zur Baustelle, der Ministerpräsident kam mit Nils' Boot zur feierlichen Eröffnung.Am Ende seines Lebens steht der alte Fährmann vor dem Nichts - nach dem Bau der Brücke werden seine Dienste nicht mehr gebraucht, seine Frau und der Hund sind tot, die Töchter weggezogen. Das Buch hat mich melancholisch gestimmt, es entschleunigt und regt zum Nachdenken über den Sinn des Lebens an, die passende Lektüre zum Jahresende.