Das Buch macht einfach Spaß!
Hallo ihr Lieben ¿musstet ihr bei dem Titel auch gleich an Heath Ledger und "10 Things I Hate About Your?" Dann könnt ihr jetzt beruhigt sein, denn der Film bekommt in diesem Buch auch seinen Auftritt. Dazu kommt aber noch unheimlich viel. Haters to Lovers ist quasi gar kein ausreichender Begriff dafürXDSchreibstil:Ich mochte den Schreibstil der Autorin sehr gerne. Er war locker und leicht und doch sehr spannend. Dazu einfach unkompliziert, denn vieles, was lang und breit hätte erzählt werden können, kommt stattdessen schnell auf den Punkt und unterstütz so gut den Handlungsverlauf. Ich mochte es zudem, dass sie den Hass der beiden Protagonisten sehr durchschaubar dargestellt hat. Anders wäre so viel hass vielleicht auch schnell nervig geworden.Die Geschichte: Kindheitsfeinde, die sich schon immer hassen, werden zu NachbarnHaters to Lovers ist ein Trope, das automatisch viel Knistern in die Story bringt. Immerhin sind die Emotionen von Anfang an sehr stark. So war es auch bei Amanda und Alex ganz am Anfang. Es wird in unregelmäßiger Abfolge mal aus Amandas, mal aus Alex' Perspektive erzählt, sodass wir in beide Köpfe hineingucken können. Das fand ich schonmal super, weil beide schon sehr gefestigt in ihrer Ansicht auf den jeweils anderen sind und eine objektive Beschreibung unmöglich ist. Wie es sich für echte Haters eben gehört^^.Ich fand, man kam super in die Story rein, weil es direkt losgeht. Zu allem Übel kommt nämlich Forced Proximity hinzu. Das heißt, Alex und Amanda, die sich seit jeher hassen und in den letzten Jahren eine kleine Verschnaufspause hatten, sind auf einmal Nachbarn. Ob sie wollen oder nicht: die Screentime ist hochgedreht. Begegnungen unumgänglich. Die Story konnte beginnen:)Amanda - Influencerin, Alex' ehemalige Nachbarin & größte Haterin, frisch zurück aus NYCAnfangs war es etwas schwer für mich, Amanda so wirklich zu greifen. Sie ist sehr festgefahren darin, ihre Ansprüche an ihr Leben und ihren Alltag zu definieren. Alles folgt einem Plan, die eigenen Gefühle spielen dabei keine Rolle. Nur der Job zählt. Allerdings bedeutet das nicht, dass sie keine Gefühle hat. Umso mehr ich sie durchschaute, umso spannender wurde sie und umso sympathischer fand ich sie. Am besten kann man sie wahrscheinlich als zielstrebig bezeichnen und das in Bezug auf einen Job, der unweigerlich die Trennung zwischen Arbeit und Freizeit schwierig macht.Ihre Gefühle für Alex müssen deshalb mit ihrem Influencerdasein vereinbar bleiben. Selbst der Hass. Das schränkt sie sehr in ihrem Tun ein, zeigte sie aber auch mehr und mehr verletzlich. Ich mochte es an ihr, dass sie trotz der Scheinwelt, in der sie lebt, immer noch sie selbst ist.Was mir außerdem sehr geholfen hat, sie zu verstehen, waren die Passagen vor jedem Kapitel: ein Grund von 100, weshalb sie Alex hasst. Es war quasi ein unverblümter Einblick in ihre Gefühlswelt und Gefühle, die sie sich selbst nicht einmal eingestehen konnte.Alex - IT-Student, Gamer, Kletterer, Amandas ehemaliger Nachbar, größter Hater & eigentlich ziemlich nettAlex zu mögen, fiel mir sehr viel leichter. Er ist einfach durch und durch ein Gentleman und echter Good Guy. Sowohl als Nachbar, als auch als Hater. Denn: Obwohl er seine "Rolle" perfekt spielt und sich mit Amanda streitet, bis die Fetzen fliegen, hat er doch immer im Blick, wie es ihr geht. Und den Menschen um sich herum. Ich mochte ihn einfach unheimlich gerne für seine empathische und auch unkomplizierte Art.Er ist derjenige in ihrer Beziehung zueinander, der schneller nachgibt, auf Amanda zugeht und auch mal zurücksteckt. Das hilft sehr, dass die beiden sich annähern.Durch ihn fand Amanda immer wieder auf den Grund der Tatsachen zurück. Er wird innerhalb der Story aber auch immer verletzlicher, weil er so viel von sich gab. Das fand ich super gemacht und stärkte die Haters to Lovers Idee einfach noch mehr, da irgendwann klar wurde, dass er nicht der Einzige in der Beziehung sein kann, der aufgibt, nachgibt und auch mal über seinen Schatten springt.Was ich bei ihm allerdings etwas schade fand, und das hatte nichts mit seinem Charakter zu tun, war, dass man ansonsten wenig von seinem Leben mitbekam. Während Amanda in ihrem Job aufgeht und dieser ein großes Thema war, wurde Alex' immer nur in einem Nebensatz erwähnt. Ich hätte zu gerne auch gewusst, was seine Träume und Ziele im Leben sind.100 Gründe ihn zu hassen/oder zu lieben? - wenn Spice, Spaß & Knistern befeuert wirdDas Thema Haters to Lovers wurde hier wirklich richtig gut umgesetzt. Ich mochte es, wie die beiden eigentlich ziemlich festgefahren in ihrem Umgang miteinander waren, dann aber gleichzeitig merkten, dass ihre Gefühle vielleicht nicht ganz so einfach gestrickt sind.Es war geradezu belebend, die beiden zanken zu "hören", denn man merkte regelrecht, wie das Knistern in diesen Moment zunahm und sie wirklich ihre gegenseitige Zuneigung durch diese Ausbrüche befeuerten.Tatsächlich dauert es hier nicht bis zur letzten Seite, bis der Hass zu etwas anderem wird. Einerseits war ich vielleicht etwas überrascht, wie schnell es dann doch ging, andererseits fand ich es dann auch interessant, WIE ihre Beziehung dann weiterging. Denn dieses Buch bietet noch sehr viel mehr als zwei Protas, die sich erst hassen und dann lieben. Auch das Leben kommt ihnen dazwischen. Die Liebe, der Alltag, ihre Familien, ihre Träume, ihre Ziele - dadurch bekam die Geschichte noch eine ganz neue Facette, die meiner Meinung nach richtig gut für die Story war. Denn nur Haters to Lovers kann auch schiefgehen. Denn mal ehrlich: Wie lange kann man nur streiten, wenn man sich eigentlich küssen will? Wann wird es unauthentisch?Amanda und Alex umgehen das ganz gut und haben mich mit ihren Problemen und ihren wachsenden Gefühlen sowie der damit einhergehenden Charakterentwicklung sehr gut unterhalten.100 Gründe und alles dazwischen - Lachen, Liebe, ArbeitGanz vielleicht habt ihr schon die Illustration zum Buch von Alex im Hasenanzug gesehen. Kleiner Spoiler: die Szene, in der er diesen trägt, ist einfach legendär! Und gleichzeitig ein Hinweis darauf, wie amüsant dieses Buch auch an vielen Stellen war. Ich mochte den Humor total und fand es sehr cool, wie mit Alex als Antiklischee gearbeitet wurde.Auch die Beschreibungen zu Amandas Job fand ich sehr gelungen. Ich glaube, jede/r der/die dieses Buch liest, hat hinterher mehr Verständnis für den Beruf Influencer/in. Denn das ist es: ein richtiger Beruf. Der Opfer erfordert, Druck erzeugt, Freizeit nimmt und das Leben einschränkt. Und Amanda hängt ziemlich tief in all diesem drin. Ich fand es richtig gut, wie sie in diesem ganzen Wirrwarr dargestellt wurde und wie sie sich auch in diesem Feld entwickelt.Mein einziger kleiner Kritikpunkt an der Geschichte ist die ganze Story rund um Lauren. Das fand ich doch etwas an den Haaren herbeigezogen und wild. Wenn ihr es lest, werdet ihr es vielleicht verstehen:) Zum Glück war es aber nur ein kleiner Teil der Handlung, sodass es im ganzen Verlauf nicht so sehr ins Gewicht fiel.Fazit:Für mich ein sehr gelungenes Buch mit Hatern, die viele Hindernisse zu überbrücken haben, bevor sie zu wahren Lovern werden. Dazwischen habe ich gelacht, mitgefühlt, geschwärmt und den Spice genossen. Dazu war die Charakterentwicklung wirklich stark und der Schreibstil sowie die 100 Gründe, von denen je einer vor jedem Kapitel stand, haben all das perfekt abgerundet.5 von 5 Sterne von mir!3 Gründe, warum du dieses Buch lesen solltest:- 1. Haters to Lovers mit echter EntwicklungHier bleibt es nicht beim reinen Schlagabtausch. Amanda und Alex wachsen sichtbar aneinander, hinterfragen ihre festgefahrenen Rollen und entwickeln sich spürbar weiter. Der Wandel fühlt sich verdient an - emotional, intensiv und authentisch.- 2. Mehr als nur Knistern: Humor, Spice & AlltagNeben hitzigen Wortgefechten und spürbarem Knistern bringt die Geschichte auch richtig viel Humor (Stichwort: Hasenanzug ¿) und starke Alltagsrealität mit. Influencer-Dasein, Karriere-Druck, Familie und Lebensziele geben der Story Tiefe über das Trope hinaus.- 3. Besonderes Konzept & angenehmer SchreibstilDie "100 Gründe, ihn zu hassen" vor jedem Kapitel geben einen direkten Einblick in Amandas Gefühlswelt und machen die emotionale Entwicklung greifbar. Dazu kommt ein lockerer, spannender Schreibstil, der schnell auf den Punkt kommt und perfekt durch die Geschichte trägt.