Cover & Klappentext
Düster, geheimnisvoll, vielversprechend. Das Cover transportiert sofort die passenden Emotionen und wurde passend zur Story kreiert. Mir gefällt es.
Der Klappentext klingt spannend und schürt eine gewisse Erwartungshaltung. Allerdings hat man schnell den Eindruck, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird.
Meinung
Frankie ist die Adoptivtochter von Tommaso Sorrentino, einem gefürchteten Mafiaboss, doch niemand darf davon wissen. Schon gar nicht auf Fort Rock, dem Eliteinternat des organisierten Verbrechens. Allerdings hat sie ihr altes Leben nicht vergessen.
Dann trifft sie Hector Olmeda, der Sohn des Mannes, der ihre Eltern ermordet haben soll. Zwischen Hass und Misstrauen gefangen erkennt sie jedoch, dass mehr in ihm steckt als angenommen.
Aus der Sicht von Frankie wird man durch das Geschehen geführt, wobei der Einstieg keine Probleme bereitet. Gerade zu Beginn stand für mich der Schreibstil im Fokus, der noch etwas unausgereift wirkte, bis er im weiteren Verlauf solide und geschmeidig war. Einzelne Absätze und sogar Szenen war so gut formuliert, dass sie regelrecht auffielen und mich begeisterten.
Frankie ist anfangs nicht ganz greifbar, weil sie im Grunde zwischen zwei Leben gefangen ist. Ihrem alten und dem neuen. Obwohl sie sich in ihrer neuen Familie gut eingefügt hat, hat sie nichts vergessen. Als sie mit einer wichtigen Aufgabe betraut wird, muss sie entscheiden, was wichtiger ist. Ihre Moral oder die Loyalität zu ihrer Familie.
Ab diesem Moment konnte ich mich richtig gut in sie hineinversetzen.
Als sie auf Hector trifft, ist die Spannung greifbar. Aber durch einige ungeschickte Worte konnte ich Frankies Gedanken nicht richtig nachvollziehen. Zuerst überwiegt die Abneigung. Dennoch schwang da noch etwas anderes mit, was im Prinzip schon vorwegnahm, dass sich beide annähern werden. Das ist auch mein größter Kritikpunkt. Im Ganzen war die Story recht vorhersehbar. Natürlich wurde versucht, diesen Umstand durch kleinere Plot-Twists abzuschwächen. Aber so recht ist es nicht gelungen.
Hector ist anders als vermutet. Einerseits zugänglich, andererseits undurchsichtig. Das wird im Verlauf klarer, sodass er einen guten Gegenpart abgibt.
Das Zusammenspiel zwischen Frankie und Hector wirkte auf mich etwas ungeschickt, gerade zu Beginn. Das lockerte sich erst später, sodass ihre Zuneigung glaubwürdiger wurde. Aber für mich spielte die Romanze keine große Rolle. Ich fand das ganze Drumherum viel ansprechender. Angefangen von den unterschiedlichen Charakteren bis zu der Entwicklung der Geschichte.
Nicht alles wirkte auf mich authentisch, aber die Unterhaltung überwiegt.
Wer mich am ehesten begeistern konnte, war Charlie, der sogenannte Zwillingsbruder von Frankie. Er wurde toll angelegt. Uneinschätzbar beschreibt ihn nicht mal im Ansatz. In ihm stecken so viele Abgründe, dass er beinahe Frankie übertrumpft, was seine Präsenz angeht. Es sind die stillen Wasser, die eine unergründliche Tiefe aufweisen. Er vermag es auch zu überraschen.
Der Plot hat mir gefallen und wurde gut umgesetzt. Insbesondere das Zusammenspiel der Nachwuchsverbrecher ist gelungen. Kontakte und Verbindungen sind das höchste Gut und von unschätzbarem Wert. Das zeigt sich hier besonders.
Das Ende ist recht abrupt. Zudem bleibt einiges offen, sodass ich davon ausgehe, dass es eine Fortsetzung geben wird, auch wenn ich nichts dazu gefunden habe.
Fazit
Insgesamt ist der Roman durchaus gelungen und konnte mich unterhalten. Die unterschwellige Spannung, die in jeder Seite mitschwingt, vermeidet Längen, die oftmals durch diverse Beschreibungen entstehen.
Die Autorin glänzt oft durch fabelhafte Formulierungen. Schon allein deshalb habe ich es gern gelesen.
Ich vergebe drei von fünf Sternen und eine klare Leseempfehlung.