Olivia hat mit ihrem Freund Schluss gemacht und die gemeinsame Wohnung in London verlassen. Sie setzt sich ab in die Cotswolds, um in Ruhe und unkommentiert Arbeiten gut können. Sie ist Workaholic und Weihnachtsmuffel. Sie Auszeit in dem kleinen Dorf Greenhill soll dazu dienen, ungestört arbeiten und dem Weihnachtsstress mit der Familie entfliehen zu können. Doch in Greenhill bleibt keiner lange allein und ungestört: Es wird Gemeinsamkeit zelebriert, gestrickt und Tee getrunken.
Schon das Cover des Buches ist einfach cozy - warme Farben auf schneebedecktem Hintergrund und ein glitzernder Schriftzug - da weiß man gleich, worauf man sich einläßt.
Die Liebesgeschichte zwischen Olivia, die eigentlich ihre Ruhe haben wollte, und Jacob, der den Strickladen des Ortes geerbt hat, verläuft zunächst holprig, aber schnell knisternd.
Der Schreibstil hat seine Mängel in der Orthographie und vor allem der Zeichensetzung: Ich habe selten erlebt, dass dauernd zu viele Kommata gesetzt werden. Das bremst den Lesefluss schon. Aber die verwendete Sprache an sich ist einfach hinreißend: Eine wirklich wärmende Liebesgeschichte, die auch noch sprachlichen Humor aufweist.
Natürlich sind die Handlung und das Ende der Geschichte nicht wirklich überraschend, aber es ist einfach einwirklich gut gelungene Liebesgeschichte, die einem die Weihnachtszeit so richtig versüßt.
Mir persönlich waren die 24 Kapitel, die das Buch zu einem Adventskalender machen, oft einfach zu kurz - ich wollt einfach weiterlesen, weil es so schön war. Verratet mich nicht - ich habe daher ein paarmal gemogelt.
Das Stricktuch, welches nebenbei in 24 Stickabschnitten entstehen kann, ist sicherlich nicht unbedingt anfängerInnengeeignet. Ich bin wirklich gutbestrickt und habe mich anfangs ganz schön reinfuchsen müssen. Aber zum Glück gibt es sogar ein Videotutorial, um den Beginn zu erleichtern. Auch beim fertigen Ergebnis ist mein Empfinden, dass es nicht 24 verschiedene Muster hätten sein müssen. Das sorgt zwar für Abwechslung, aber mir hätte das Endergebnis vielleicht noch besser gefallen, wenn die Muster zum Schluss nicht nur 1.2 cm breit wären. Dafür hätte ich Wiederholungen bereitwillig hingenommen. Aber das ist Geschmackssache und Meckern auf sehr hohem Niveau. Denn das Tuch sieht toll aus und wird mich nun immer an diesen schönen Roman erinnern.
Man kann das Buch aber auch getrost lesen, ohne zu stricken!
Für mich eine wirkliche Wohltat:
Stricken und Lesen - etwas Beruhigerendes und Entspannenderes kann man sich an langen Winterabenden kaum wünschen - ach ja, vielleicht noch der passende Tee dazu. Daher ist das Buch für mich ein wirklich gelungener Begleiter durch die Adventszeit.