Dies war mein erstes Buch von Romy Fölck und nicht nur das stimmungsvolle Cover, auch der Start hat mir sehr gut gefallen. Im August 1995 verschwinden 2 Teenager, welche mit ihrer Klasse auf Neuwerk im Schullandheim sind. Nach einer langen Suche kann Isa wieder gefunden werden, Janosch taucht jedoch nicht mehr auf. Jetzt nach 30 Jahren sind wir mit 5 Passagieren unterwegs auf einer Fähre nach Neuwerk. Nach und nach lernen wir die Fremden kennen und auch diese merken, dass sie eine gemeinsame Vergangenheit teilen. Als ein schwerer Orkan über die Insel peitscht und keiner mehr die Insel verlassen kann, zeigt sich das Zusammentreffen war kein Zufall, denn jemand spielt ein falsches Spiel mit noch ungeahnten Folgen. Die Vergangenheit ist noch lange nicht vergessen.
Romy Fölck baut in den ersten beiden Dritteln einen weiten Spannungsbogen auf, häppchenweise folgen wir den Charakteren in die Vergangenheit und zurück in die Gegenwart. Hierbei nehmen uns die 5 Personen in eigene Erinnerungen und aktuelle Handlungen mit, besonders hat mir hier gefallen, wenn gleiche Szenen aus unterschiedlicher Perspektive erneut aufgegriffen werden. Die Seiten flogen geradezu dahin und ich habe der Auflösung entgegen gefiebert, denn dass etwas noch kommen wird und die Bedrohungslage sich nicht nur dank des Sturms zuspitzt, wird bereits in der Inhaltsbeschreibung vorweg genommen. Wer möchte alte Wunden aufreißen und sühnt nach Rache?
Dann folgt die Auflösung und mit ihr fiel bei mir die Spannung ab. Leider konnte mich diese nicht überzeugen, sie wirkt für mich in Teilen zu schnell abgehandelt und gezwungen. Wobei ich hierbei unterscheiden möchte, als Leser erfährt man zum einen, was die Vergangenheit noch verborgen hält, dieser Teil hat mich voll und ganz umgehauen und überrascht. Aber die Auflösung in der Gegenwart konnte nicht überzeugen, in mir bleiben noch Fragen offen und auch wenn ich manche Aktionen versuche zu verstehen und mich in die Charaktere hineinzuversetzen, empfinde ich eine gewisse kindische Ungerechtigkeit. Sehr schade, denn so kann ich nicht die vollen 5 Sterne verteilen, denn ein sinnvoller Schluss gehört für mich zu einem tollen Lesevergnügen, welches noch nachhalt. Auch gibt es noch so einige Ungereimtheiten, die mir im Rückblick nicht gut durchdacht sind, die ich allerdings hier nicht nennen werde, um Spoiler zu vermeiden. Jedoch ein Beispiel, es sind mir zu viele Personen trotz des Orkans ständig draußen unterwegs und scheinen hier auch keine Probleme dabei zu haben.
Mein Fazit, ein lesenswerter Thriller, wenn man sich beim Lesen nicht zu viele Gedanken machen möchte, sondern sich mit der spannenden Stimmung mitreißen lassen möchte und mit kleinen offenen Fragen am Schluss kein Problem hat.